Cotton Bowl Preview: USC vs. Ohio State (und weitere Spiele)

Der heutige Bowl-Abend steht eindeutig unter dem Stern des ersten der New Year’s Six Bowls. Diesen werde ich ausführlich besprechen, die vorigen Bowls dagegen nur kurz anreißen am Ende des Blogeintrags:

Freitag, 29.12.:

Cotton Bowl: #8 USC vs. #5 Ohio State (02:30 Uhr CET)

Die allermeisten Augenpaare werden auf USCs QB Sam Darnold gerichtet sein. Ist der Cotton Bowl sein letztes College Game oder nicht? Im Gegensatz zu einigen anderen der Top QB-Prospects (Josh Rosen, Lamar Jackson und auch Josh Allen, der ja bereits declart hat) besteht bei Darnold durchaus eine etwas größere Chance, dass er sich für ein weiteres Jahr am College entscheidet. Die großen Vorschusslorbeeren, die ihm seit dem Ende der vergangenen Saison und insbesondere dem spektakulären Rose Bowl gegen Penn State anhingen, hat er letztlich nicht so ganz bestätigen können. Ansonsten, so denke ich zumindest, würde seine Entscheidung schon jetzt feststehen.

Grundsätzlich sollte man aber nicht den Fehler begehen, dieses Spiel als den Sam-Darnold-Bowl zu betrachten, da eine ganze Reihe extrem guter Spieler (und auch hochgerankter Prospects) auf beiden Seiten anzutreffen sein werden. Soweit ich weiß, ist dieser Bowl von der Absagenflut kleinerer Bowls gar nicht betroffen, sprich: Alle fitten Spieler werden auch spielen. Grund genug, sich diese beiden Teams etwas genauer anzuschauen.

Big Ten-Champion gegen Pac-12-Champion – das kennt man eigentlich vom Neujahrstag, genauer: vom Rose Bowl in Pasadena. Nun gibt es diese festen Bowl Tie-Ins ja schon länger nicht mehr, und da der Rose Bowl dieses Jahr Austragungsort eines der Halbfinals ist, findet sich immerhin das traditionelle Duell dieser beiden Champions in Texas wieder. Die USC Trojans kommen mit einer Bilanz von 11-2 und einem knappen Sieg im Pac-12 Championship Game gegen Stanford angereist. Vor der Saison schon ein wenig als einer der Favoriten für die Playoffs gehandelt, verloren sie erst knapp gegen Washington State, das Aus aller Playoffträume kam dann aber mit einer 14-49 Klatsche gegen Notre Dame. Auch die Ohio State Buckeyes weisen 11 Siege und 2 Niederlagen auf: Nach einer frühen Niederlage gegen Oklahoma cruisten sie recht problemlos durch den Spielplan, siegten in einem dramatischen Comeback-Game gegen das ungeschlagene Penn State, um dann eine Woche später kläglich mit 24-55 bei Iowa unterzugehen. Danach gewannen die Bucks alle Spiele, aber die eher knappen und weniger überzeugenden Siege gegen Michigan und im Big Ten Championship Game gegen das ungeschlagene Wisconsin sorgten wohl auch ein wenig dafür, dass sich das Playoff Committee für Alabama und gegen Ohio State als vierten Playoffteilnehmer aussprach (was ich völlig entgegen meines Sympathierankings dieser beiden Teams weiterhin für die richtige Entscheidung halte). Bei den Bucks stellt sich daher insbesondere die Frage, wie sie in dieses Spiel gehen werden. Hochmotiviert und mit Wut im Bauch, weil man sich um die Playoffs betrogen fühlt? Oder überwiegt die Enttäuschung und der „Trostpreis“ Cotton Bowl wird daher weniger ernstgenommen? RB J.K. Dobbins ließ öffentlich verlautbaren, dass er hofft, dass Clemson Alabama deutlich schlagen wird, da diese es seiner Meinung nach nicht in die Playoffs verdient haben. Wenn das Team von HC Urban Meyer entsprechend auftritt (wie sie es ja auch direkt nach den beiden Niederlagen taten), kommen Probleme auf die Trojans zu. Betrachten wir daher erstmal die beiden Units gegeneinander:

Ohio State Offense vs. USC Defense:

Buckeyes OC Kevin Wilson hatte gegen Ende der Saison endlich ein Einsehen und setzte auf die eindeutigen Stärken der Bucks-Offense: das Laufspiel mit vielen Spread- und Zone-Read-Elementen. Die Bucks verfügen über eine sehr gute O-Line, ein Top RB-Duo mit Freshman-Sensation J.K. Dobbins und Mike Weber sowie mit dem erfahrenen Sr. QB J.T. Barrett einen sehr gefährlichen running QB. Über Dobbins (1364 Rush Yards, 7 TDs und ein fantastischer 7,5er Schnitt pro Lauf) habe ich die ganze Saison schon geschwärmt: Er bringt nicht nur ordentlich Speed mit, sondern für einen Freshman eine erstaunliche Vision und sehr gute Balance (auch bei Kontakt, nicht nur in seinen Moves). Weber, der Top-Freshman des Vorjahres, ist demgegenüber fast ein wenig untergegangen, hatte den Großteil der Saison mit Verletzungen zu kämpfen, zeigte in den letzten Spielen wieder extrem ansteigende Form & Fitness und dürfte ähnlich viele Spielanteile sehen (insb. da er auch als passabler Passblocker gilt). Wer sich auf O-Line-Spieler konzentriert, sollte man einen Blick auf C Billy Price und LG Michael Jordan riskieren. Ich achte während der Saison in der Regel vor allem auf die O-Line als Ganzes, aber nach einigen Tipps habe ich mich mal näher mit Price beschäftigt: extrem unterschätzter Sr. Center, der mit ziemlicher Sicherheit noch einen Sprung nach oben in Sachen Draft machen wird: athletisch, sehr schnelle Reaktion nach dem Snap, was sein Hands Placement und den initial Punch betrifft (mal bei Interesse drauf achten), gutes Footwork auch bei lateralen Bewegungen.

Das Passing Game der Bucks ist weitaus weniger prominent und vor allem eins: sehr unkonstant. Dies hängt vor allem mit Barrett zusammen, der auf einige hervorragende Spieler immer wieder einen absoluten Stinker folgen lässt (insgesamt 2928 Pass Yards, 64,6% Completions, 35 TDs, 9 INTs). Teilweise empfinde ich allerdings die Kritik, die ihm entgegengebracht wird, als zu harsch. Barrett hat durchaus einiges Talent als Passer, aber er entwickelte sich seit seiner Freshman-Saison meiner Meinung nach einfach nicht genügend weiter: Der komplette Ablauf wirkt bei ihm immer noch zu langsam, vom Processing, den Reads, dem Pullen des Triggers. Durch diese Zögerlichkeiten kommen auch immer wieder haarsträubende Entscheidungen zustande (etwa der Pick-Six im Championship Game gegen die Badgers, als der den OLB übersah, der in der Flat Zone droppte). Er braucht insgesamt einfach extrem viel Zeit, die ihm seine O-Line in den allermeisten Spielen aber eben auch verschafft hat (die zweite Halbzeit gegen eine gute Penn State-Defense ist da vielleicht das Paradebeispiel für). LT Jamarco Jones ist vielleicht nicht der am elegantesten aussehende Liner, aber er hat eigentlich alle seiner (teilweise hochgehandelten) Kontrahenten gut im Griff gehabt. Auch die bereits gelobte interior Line lässt wenig Druck über innen zu. Falls Barrett gezwungen sein sollte, mehr zu werfen, wird der Erfolg in allererster Linie davon abhängen, ob ihm die Line genug Zeit verschafft – vielleicht sogar mehr als bei jedem anderen besseren QB. Bei den WRs sind wenig konstante Differencemaker dabei, weshalb eine ganze Reihe von ihnen regelmäßige Einsätze bekommt, eine starre Depth Chart scheint nicht zu existieren. Ob die Speedster Johnnie Dixon und Parris Campbell, das rawe, aber hochtalentierte Redzone-Target Binjimen Victor, der Chain Mover K.J. Hill, der TE Marcus Baugh oder ein ganz anderer (Mack, McLaurin): Es wird abzuwarten sein, wen Meyer und Wilson in diesem Spiel besonders featuren werden. Das Passspiel basiert auf vielen Quick Outs und Screens, achten muss die gegnerische Defense aber auch immer auf Fake Screens, bei denen einer der designierten WR-Vorblocker (meist der im Slot) dann eine tiefe Route läuft.

Die Defense der Trojans ist im klassischen 3-4 Look aufgestellt. Im Gegensatz etwa zu der 3-4 der Wisconsin Badgers sind hier die drei D-Liner keine klassischen 2-gap space-eater oder sollen möglichst mehrere Blocker okkupieren, damit die Linebacker dahinter abräumen können, sondern durchaus disruptive, daher selbst gefährlich im Passrush sowie gegen den Lauf und häufig im Backfield anzutreffen. NT Josh Fatu und die beiden 5-tech DEs Rasheem Green und Christian Rector haben jeweils mindestens 6 Sacks auf ihrem Konto, Green sogar deren 9. Entsprechend vielseitiger können auch die 3-4 OLBs eingesetzt werden: Insbesondere Uchenna Nwosu hat mich derart beeindruckt, dass ich ihn zu Beginn der Saison in der ersten Ausgabe von Don’t sleep on… verewigte. Nwosu ist ein Spieler mit Explosivität und einem unfassbaren Motor, der seine undersized Statur sehr gewinnbringend im Passrush einsetzen kann (low Leverage, guter Shoulder Dip, aber auch immer wieder Inside Moves). Aber auch wenn er nicht zum Ziel kommt, beeinflusst der die Plays enorm durch die extrem vielen batted Balls, die er mit Timing und Sprungkraft immer wieder produziert (in dieser Saison waren es 13, also jedes Spiel einer!). Bewegt sich aber auch gut in space und lateral, so dass man ihn sich für die NFL eventuell auch als 4-3 OLB vorstellen könnte (sollte sein Körper nicht allein gemacht sein für den OLB-Passrush). Sein Counterpart auf der anderen Seite, OLB Porter Gustin, wird wohl weiterhin verletzt ausfallen.

Während Nwosu vielleicht der Motor der Trojans-Defense ist, dürfte ILB Cameron Smith wohl das Herz sein. Seine Präsenz als Run-Stopper ist kaum besser zu beweisen als im ersten Saisonspiel gegen Western Michigan. Smith war für die erste Halbzeit wegen eines Targetings aus dem Rose Bowl des Vorjahres suspendiert, und die gute Rushing Attack der Broncos rollte über die USC-Verteidigung. In der zweiten Halbzeit sah das mit Smith komplett anders aus. Instinkte, Play Recognition, schnelle Reaktionen in die Lanes oder Gaps, harte Tacklings, aber kein reiner Clogger in der Mitte, sondern auch beweglich genug für Plays an der Seitenlinie. Auf Smith wird es gegen die Bucks RBs und Barrett wohl am allermeisten ankommen. Trotz Smith fällt die Laufverteidigung der Trojans immer mal wieder mit Schwächen auf. Solche kann man sich gegen die Bucks auf gar keinen Fall in größerer Anzahl erlauben, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man es auf Trojans-Seite auf einen Shootout gegen den gefürchteten Bucks-Passrush (s.u.) anlegen will.

Die Secondary der Trojans ist vielleicht nicht ganz so prominent besetzt wie die zwei Ebenen davor. CB Iman Marshall ist ein extrem physischer Corner, der dadurch aber immer wieder für einen Penalty gut ist. Die beiden Safetys (insbesondere Marvel Tell) haben mir in einiges Spielen gut gefallen. Beide sind sichere Tackler und viel in die Run Defense eingebunden – gerade das sichere Tackling in der Mitte des Feldes, welches verhindert, dass aus Runs zum first down wirkliche Big Plays entstehen, dürfte sehr relevant sein.

Key Matchups (auch aus Draft-Perspektive):

Buckeyes C Billy Price vs. Trojans NT Josh Fatu

Buckeyes LT Jamarco Jones vs. Trojans OLB Uchenna Nwosu (hier sei aber angemerkt, dass dies eher dem Wunsch des Autors nach einem hochkarätigen Duell entspricht. Nwosu steht die überwiegende Zeit auf der linken Seite gegen den RT, in diesem Match also gegen Isaiah Prince)

Buckeyes RBs J.K. Dobbins & Mike Weber vs. Trojans ILB Cameron Smith

USC Offense vs. Ohio State Defense:

Natürlich komme ich nicht umhin, Sam Darnold einen größeren Teil dieses Unit-Vergleichs zu widmen. Zunächst mal seine Statistiken des Jahres: 3787 Pass Yards, 63,7% Completions, 26 TDs, 12 INTs. Vor allem der letzte Wert ist es wohl, der einigen Scouts Sorgen bereitet, dazu kommt eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Fumbles. Darnold ist eine heute eher selten anzutreffende Sorte Gunslinger, dem kein Fenster zu klein ist, um es nicht doch zu probieren. Er hat ein paar mechanische Defizite (bzw. besser Inkonsistenzen, da diese nicht dauerhaft auftreten), an denen im nächsten Jahr unbedingt gearbeitet werden muss, ob bei den Trojans oder bei den Pros. Sein Footwork kann fantastisch sein, aber auch völlig careless (zumindest mein Eindruck), sprich: Wenn der Ball raus muss, dann kommt er auch raus, ganz egal, wie die Fußpositionen sind. Dazu ist seine Delivery  zu sehr ‚ausholend‘ und wirkt in schlechten Momenten ein wenig sidearm-mäßig.

Aber dann gibt es auch diese Momente, die vielleicht mehr als bei jedem anderen QB NFL schreien – oder sagen wir lieber: NFL der 90er Jahre im besten Brett Favre’schen Sinne. Ich möchte hier keinen ausführlichen Scouting-Report verfassen, aber mal ein paar Würfe von ihm hervorheben, die man einfach im College in der Form (und letztlich auch in der Regelmäßigkeit) nicht so oft sieht, gerade gegen gute Defenses. Zunächst ein Play aus dem Texas-Spiel, in dem er in die Pocket ‚climbt‘, ohne panisch zu werden und dann seinen WR Deontay Burnett hinten in der Mitte der Endzone freiwirft (hier noch beeindruckender die Slomo aus Darnolds Perspektive)

Gegen eine andere gute Defense, die des Stanford Cardinal, gelangen ihm in einem Drive drei derart spektakuläre Throws hintereinander, dass ich die werte Leserschaft auffordere, mir eine bessere Zusammenstellung verschiedener Würfe hintereinander zu nennen, falls sie eine parat haben. Ich jedenfalls war sprachlos: Hier der Ausschnitt des Drives.

Wurf 1: Maneuvering in der Pocket, merkt den Rush des RDE in seinem Rücken, Blick bleibt downfield, step up, Throw over the middle.

Wurf 2: Playaction, Setup, Feet an der richtigen Stelle, perfekter Deep Ball auf Mitchell gegen sehr enge Coverage.

Wurf 3: Playaction, Rollout right, Throw on the run, Touch Pass zu Burnett bei seinem Slant von der linken Seite, perfekte Antizipation.

Genug von Darnold, da die Offense noch wesentlich mehr zu bieten hat. Als erstes muss man da RB Ronald Jones nennen, einen Slasher, der vor allem bei Outside Runs (Trojans mit vielen Sweeps und Offtackles) brandgefährlich ist und aufgrund von Speed und Vision bei jedem Touch eine TD-Gefahr darstellt. Jones hat einen etwas seltsamen Laufstil, der aber verdammt effektiv ist, auch weil seine Körperhaltung bei outside Runs erschwert, dass er von LBs oder DEs zu Boden gebracht werden kann, bevor er sich upfield orientiert. Seine Explosivität wird eigentlich nur übertroffen von seinem Backup Stephen Carr, einem ultratalentierten true Freshman. Carr hatte die zweite Saisonhälfte Verletzungsprobleme, sollte aber wieder fit sein. Bester Passempfänger ist der bereits angesprochene Deontay Burnett, der sich gegenüber 2016 noch einmal extrem gesteigert hat: physisch alles andere als ein herausragender WR, aber verfügt über extrem gute und sichere Hände, läuft eine größere Varianz an Routes und ist sehr gefährlich in Sachen Yards after Catch. Im Championship Game gegen Stanford feierte der große Michael Pittman seine Coming-out-Party, vielleicht keine Eintagsfliege?

Das Sorgenkind der Trojans-Offense ist eindeutig die O-Line. Einige Abgänge in die NFL und einige Verletzungen bedeuteten, dass zwar nicht unbedingt junge, aber doch unerfahrene Spieler Darnold schützen mussten. Dies gelang gerade zu Saisonbeginn nicht besonders gut und ist immer noch so ein wenig die Achillesferse. Wichtig für die Trojans wird es daher sein, extrem variabel zu callen und wenig Tendenzen pre-Snap zu offenbaren. Hier kommt viel Arbeit auf HC Clay Helton und seinen OC Tee Martin zu.

Das Problem an der ganzen Sache ist: Die Buckeyes D-Line ist wohl neben der der Clemson Tigers die beste des Landes, im reinen Passrush und in der Depth vielleicht sogar noch einen Tick höher einzustufen. Gerade auf DE ist das Talent geradezu pervers: Nick Bosa, der Bruder von Joey, überragt da momentan alles: fantastischer Bend für seine klassischen 4-3 NFL DE-Maße (270 Pfund), fantastische Explosivität around the Edge, Power für inside Rush, top Handarbeit und Moves. Bosa ist ein true Sophomore, ansonsten wäre er aus meiner Sicht ein Top 10 Pick bei dieser Draft. Seine Stats (14,5 TFL, 7 Sacks) spiegeln seine Dominanz nicht wider, da er anderen Spielern durch seine Pressure immer wieder Clean-up Sacks bietet. Aber auch der Rest ist nicht zu verachten. Sam Hubbard ist eher der physische DE, guter Edgesetter, dem es ein wenig am explosiven Speedrush mangelt. Jalyn Holmes und Tyquan Lewis runden die DE-Position ab. Dazu haben die Bucks innen mit DT Dre’Mont Jones einen disruptiven interior Linemen, den ich die gesamte Saison pushe. Undersized, aber mit Power ausgestattet. Kann die Pocket mit Bullrush kollabieren lassen oder das Gap mit einiger Quickness und guter Fußarbeit shooten. Hat nicht die Monsterstats, aber einen extrem großen Einfluss auf den Erfolg der Bucks-Defense. Für mich ist die Leistung von Dre’Mont Jones gegen die interior Line der Trojans insofern ein Key Matchup, da man die Passrusher aufgrund der Gefahr von Ronald Jones‘ Outside Runs sicherlich nicht so blind Richtung Darnold schicken wird. Interior Pressure ist wäre hier Gold wert.

Die drei Linebacker galten vor der Saison als Stärke, durchgängig überzeugt hat mich aber keiner so wirklich: Jerome Baker kam allerdings gegen Ende der Saison immer besser in Schuss, ließ sich nicht mehr so häufig aus dem Spiel nehmen (sei es durch Blocks oder eigene falsche Steps/Entscheidungen) und war der beste Defense-Spieler gegen Wisconsin – hier mutierte er zur regelrechten Tackle-Maschine. In der Secondary steht einer der besten CBs des Landes mit Denzel Ward, der die Reihe der hervorragenden Buckeyes-CBs nach dem Abgang von Marshon Lattimore und Gareon Conley weiterführt. Fantastische Athletik, tolle Hips, top Man Corner (kann trotz seiner nicht-idealen Grüße sogar gegen TEs spielen), hautenge Coverage: Sein Duell mit Deontay Burnett dürfte eines der Highlights des Spiels werden. Insgesamt sind die Bucks auf CB tief besetzt, wenngleich die anderen beiden (Sheffield und Arnette) nicht ganz die Leistungen brachten, die einige vor der Saison erwarteten. Dafür sind die Safetys Damon Webb und Jordan Fuller sehr unterschätzt. Beide können variabel spielen (von in der Box bis Slot Corner) und gerade true So. Fuller bringt zudem einiges an Size mit und wird daher gerne auch mal in Run-Situationen nahe der Line of Scrimmage geparkt. Beide sind aber durchaus gute Pass-Defender, auf die Darnold ein Auge bei seinen Pässen über die Mitte haben sollte (die er ja gerne auch mal etwas später noch wirft).

Key Matchups (auch aus Draft-Perspektive):

Trojans interior Line vs. Buckeyes DT Dre’Mont Jones

Trojans LT Toa Lobendahn vs. Buckeyes DE Nick Bosa

Trojans RB Ronald Jones vs. Buckeyes LB Jerome Baker (& Buckeyes DE Sam Hubbard als Edgesetter)

Trojans WR Deontay Burnett vs. Buckeyes CB Denzel Ward

Fazit: Die Buckeyes gehen für mich als minimaler Favorit in dieses Spiel, wenngleich vieles schon an der oben angesprochenen Motivation hängt. Die beiden Schlüssel zum Sieg hängen ausnahmsweise mal weniger mit den Quarterbacks zusammen: Gelingt es den Trojans, den Lauf der Buckeyes zu stoppen? Und werden die Buckeyes auch bei anfänglichem Misserfolg weiter konsequent auf ihre Stärke in der Offense setzen? Auf der anderen Seite muss die Schwachstelle O-Line mit variablen Calls begegnet werden. Zu viele ungünstige Down&Distance-Situationen kann sich USC nicht leisten, auch wenn Darnold sich sicherlich aus einigen mit spektakulären Plays wird befreien können. Wichtig wird auch seine (in diesem Spiel noch knapper bemessene) innere Uhr sein, um Fumbles zu vermeiden. Auch wenn die Trojans weniger eindimensional sind, sehe ich die Bucks aufgrund ihrer Defense leicht vorne.

 

Andere Bowl Games des Abends: Players to watch

Belk Bowl: Wake Forest (7-5) vs. Texas A&M (7-5) (19:00 Uhr CET)

Wake Forest:

QB John Wolford, TE Cam Serigne, DE Duke Ejiofor

Fr. WR Greg Dortch, der mich sehr begeistert hat, fehlt leider immer noch verletzungsbedingt.

Texas A&M:

RB Trayveon Williams, DT Zaycoven Henderson, LB Tyrel Dodson, S Armani Watts (noch angeschlagen, daher fraglich)

 

Sun Bowl: North Carolina State (8-4) vs. Arizona State (7-5) (21:00 Uhr CET)

Der Star des Spiels, NC State DE Bradley Chubb, ist angeschlagen und muss daher möglicherweise auf das Bowl Game verzichten. Angeblich plant er aber wenn möglich zu spielen, was mich zwar wundern, aber eindeutig auch erfreuen würde. Dieses Spiel lohnt sich aber so oder so anzuschauen, auch ohne Chubb sind hier einige sehr interessante Spieler zu sichten.

North Carolina State (Teamvorstellung hier und hier):

QB Ryan Finley, RB Nyheim Hines, RB/FB/TE/WR Jaylen Samuels, WR Kelvin Harmon, OT Will Richardson, OG Tony Adams, DE Bradley Chubb, DT B.J. Hill.

Die drei offensiven Skillplayer Hines (noch rawer RB, der verdammt schnell lernt), Samuels (der dem neuen Typus FB/H-Back absolut entspricht) und Harmon (der noch KOMPLETT underrated ist) schätze ich eine Ecke höher als die meisten anderen ein. Also: Blick riskieren und bestätigen oder energisch widersprechen!

Arizona State:

RBs Kalen Ballage & Demario Richard, WR N’Keal Harry (einer meiner Pac-12 Sleeper, superphysischer Big WR mit top Body Control, unbedingt beachten!), DE/DT JoJo Wicker, LB J’Marcus Rhodes.

DE Koron Crump fehlt verletzungsbedingt fast die komplette Saison.

 

Music City Bowl: Kentucky (7-5) vs. Northwestern (9-3) (22:30 Uhr CET)

Kentucky:

RB Benny Snell, WR Garrett Johnson, OLBs Josh Allen & Jordan Jones, S Mike Edwards

TE C.J. Conrad fehlt verletzungsbedingt.

Northwestern (Teamvorstellung hier):

QB Clayton Thorson, RB Justin Jackson (4x 1000 Yard-Rusher, tolle Collegekarriere), Superback Garrett Dickerson, DE Joe Gaziano, DT Tyler Lancaster, MLB Paddy Fisher (sehr interessanter Freshman), OLB Nate Hall, S Kyle Queiro & Godwin Igwebuike (unbedingt anschauen, könnte mir vorstellen, dass Igwebuike noch in die Top 50 der Draft rutschen könnte bei guten Workouts).

Da ich die Wildcats sehr oft gesehen habe, überschätze ich eventuell ihre Defense ein wenig, wie man an der Anzahl der genannten Spieler merken dürfte…

 

Arizona Bowl: New Mexico State (6-6) vs. Utah State (6-6) (23:30 Uhr CET)

Ich bin ganz ehrlich, ich habe beide Teams null verfolgt und kaum etwas über sie gelesen. Der einzige Spieler, von dem ich mir mal etwas angeschaut habe, ist New Mexicos WR Jaleel Scott, einer der besten Mid-Major-WRs (nach oder neben Anthony Miller, Cedrick Wilson, Diontae Johnson, Michael Gallup und Anthony Johnson, jetzt nur so aus dem Kopf heraus). Von daher kann ich hier keine weiteren Empfehlungen aussprechen, sondern raten, sich den beinahe parallel verlaufenden Music City Bowl anzuschauen. Oder wird man hier mit einem spektakulären Spiel überrascht? Warten wirs ab…

4 Gedanken zu „Cotton Bowl Preview: USC vs. Ohio State (und weitere Spiele)

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