Notizen Woche 1

Dieses Mal habe ich mich in meiner Spezialdisziplin wirklich selbst übertroffen: 0-4! 0 and four! Kein richtiger Tipp bei vier mehr oder weniger ausführlichen Spielvorstellungen. Das muss mir erstmal jemand nachmachen. Da hätte der sprichwörtliche Schimpanse, der sich zwischen Baukötzen mit den Teamnamen drauf entscheidet, eine bessere Trefferquote gehabt – von den diversen Tierorakeln der letzten Jahre ganz zu schweigen. Aber da Triple Option kein Tipp- oder Wettenblog, sondern eben ein Analyseblog ist, werde ich auch für die kommende Woche die wichtigsten Spiele vorstellen und die entscheidenden Matchups extrahieren. Dies folgt dann in den nächsten Tagen.
Hier nun ein paar unzusammenhängende Gedanken zur Woche 1. Bitte bedenken: Es war jeweils nur ein Spiel, und dazu noch das erste nach langer Offseason. Man kann sich zwar bemühen, leichte Tendenzen zu identifizieren, dies soll aber keinesfalls einem kompletten Verdikt über die kommende Saison entsprechen.

 

Spiel der Woche: Auburn vs. Washington 21-16

Trotz eventuell größerer Dramatik in anderen Spielen für mich ein No-Brainer: Hochspannung aufgrund der unterschiedlichen Systeme und Strategien, die da aufeinanderprallten. In der ersten Halbzeit hatte Auburn eigentlich alles im Griff, vergaß jedoch, in der Red Zone Punkte aufs Board zu bringen. Die Huskies O-Line hatte riesige Probleme mit der Top D-Line um die beiden DTs Dontavius Russell und Derrick Brown, an denen sich aber noch ganz andere interior OLs die Zähne ausbeißen werden. Wahnsinn, wie leichtfüßig und lateral beweglich zwei derart massive und kräftige D-Liner agieren können, von der Hands Usage ganz zu schweigen. Auch ihre beiden DT-Backups machten bei Gelegenheit das eine oder andere wichtige Play – auf der Position haben die Tigers eine wirklich unfassbare Tiefe. So gab es lange Zeit wenig Lücken für die RBs Myles Gaskin und Salvon Ahmed, und QB Jake Browning kriegte eine ganze Menge inside Pressure, was wirklich kein QB liebt. Die Huskies Defense hatte zunächst größere Probleme mit den Slants und Posts der WR, die HC Gus Malzahn callen ließ und QB Jarrett Stidham punktgenau ausführte. Huskies DC Jimmy Lake nahm einige Adjustments vor, u.a. positionierte er die beiden Klasse Safeties JoJo McIntosh und Taylor Rapp etwas näher Richtung Line of Scrimmage und erstickte das Quick Passing Game der Tigers über weite Strecken der zweiten Halbzeit, da sich inside kaum Räume boten (u.a. mehrere wichtige Deflections der beiden S) und die WRs am Perimeter gegen die starken Huskies CBs zu selten ihre Matchups gewannen. Stidham wirkte zeitweilig etwas planlos, zudem zeigten sich wieder ein paar Schwächen in der Pocket Presence, die er unbedingt abstellen muss. Die Huskies hatten überdies mit ihrer D-Line und den Linebackern das Tigers-Laufspiel recht gut im Griff – bis Auburn ein wenig aus dem Nichts bei 15-16 Rückstand einen Drive aus dem Hut zauberte, mit dem ich wirklich nicht mehr gerechnet hatte.
In der zweiten Halbzeit waren es nämlich die Huskies, die mit ihrer Offense mehrere dicke Chancen liegen ließen. Zurecht konzentrierte sich HC Chris Petersen auf das Passspiel gegen die unerfahrene Tigers Secondary (und dort insbesondere gegen den converted WR Noah Igbinoghene), wovon insbesondere Aaron Fuller profitierte, der sich bei der etwas unklaren Situation der Huskies WR als klare Nummer eins herauskristallisierte und ein hervorragendes Spiel machte. Fatalerweise entschied sich Petersen dann bei 3rd and goal von der 3 Yard-Line für ein Option Play aus der Shotgun, bei dem sich Browning zu spät zum Pitch zu Gaskin entschied und den Ball nach hartem Hit von DT Russell fumblete. Ich kritisiere Playcalling äußerst ungern, aber gegen diese sehr aggressive, upfield-orientierte Defense hätte das Play auch bei gelungenem Pitch nicht funktioniert. Etwas unerklärlich, warum Petersen bei einem der wichtigsten Spielzüge des gesamten Spiels nicht auf das zuvor so effiziente Passing Game zurückgriff.
Ohne über einen extravaganten Speedrush zu verfügen, ist Auburns Front-7 eine echte Wucht: eher Power als Finesse, dies allerdings fast schon einschüchternd. Wie weit die Tigers kommen werden, hängt vor allem von den beiden Fragezeichen Secondary und (in geringerem Maße) Laufspiel ab. Auch die Huskies sollten noch nichts verloren geben. Es war ein enges Match, das in die eine oder andere Richtung hätte ausgehen können. Folgt nun eine überzeugende Siegesserie, dürfte die Auftaktniederlage irgendwann wohl vergessen sein – insbesondere, wenn Auburn seine Form dieses Spiels in den SEC-Duellen bestätigt.

 

Enttäuschung des Spieltags: Michigans Defense

Ich bin ja nie so komplett auf den Hype um QB Shea Patterson aufgesprungen. Nicht, dass er ein schlechter Quarterback wäre, aber ich vermutete bereits im Preview, dass die Probleme der Wolverines Offense auch systemischer Natur sind. Dass das Matchup gegen Notre Dames Defense unter Umständen nicht unbedingt positiv endet, war daher nicht unbedingt eine Überraschung. Die Wolverines O-Line offenbarte erneut große Probleme (inklusive der lange bekannten mit D-Line Stunts), die die Irish D-Line um die groß aufspielenden Edgerusher Khalid Kareem und Daelin Hayes sowie DT Jerry Tillery genüsslich ausnutzte. Tillery galt bereits als Spieler, den man schon bezüglich der Draft im Auge behalten sollte, die beiden Rusher (insb. Kareem) sind weniger prominent, werde ich in den kommenden Wochen weiterhin verfolgen. Seinen Vorschusslorbeeren gerecht wurde der Navy Transfer SS Alohi Gilman als Missile nahe der Line of Scrimmage und mit hervorragender Play Recognition.
Worauf ich eigentlich hinauswollte: Was war denn mit der Defense von DC Don Brown los? Gerade in der ersten Halbzeit ließ man Irish QB Brandon Wimbush wie Johnny Manziel aussehen. Weder kriegte man ihn in der Pocket gestellt, noch funktionierte der Contain bei seinen Outside Runs/Scrambles, noch ließen sich seine (weiterhin nicht übergenau geworfenen) Pässe verteidigen. In den ersten drei Vierteln hatte die Irish Offense eine 3rd down Quote von 7-12, also fast 60%. Ungewohnte Zahlen für die sonst so starke Wolverines Defense. Die frühe Ejection von S Josh Metellus erwies sich sicherlich als großer Nachteil, insbesondere da sein Backup Brad Hawkins den tiefen TD auf WR Chris Finke durch seine mangelnde Awareness ermöglichte, ganz erklärt das diese uninspirierte Leistung allerdings nicht.
Mir ist durchaus bewusst, dass die Statistiken durch eine bessere zweite Hälfte am Ende gar nicht so übel aussahen (302 Yards total abgegeben), aber wenn man bedenkt, mit wie vielen Fragezeichen die Irish Offense angetreten ist (Wimbush als Passer, ungetestete Passempfänger, neue OTs in ihren ersten Starts gegen Gary & Winovich, starting RB suspendiert), fand ich das schon ein wenig ernüchternd. Gebe gerne zu, dass meine Ansprüche an diese Defense sehr hoch – vielleicht zu hoch – waren (und auch immer noch sind).

 

Tua it is!

Nach einer starken Vorstellung beim ungefährdeten 51-14-Sieg über Louisville wurde QB Tua Tagovailoa (12-16-227-2-0, 1 Rush TD) dann doch endlich zum Starter ernannt (wenngleich sich HC Nick Saban erneut ein paar Tage zierte). QB Jalen Hurts dürfte sicherlich seine Spielzeit bekommen (und sei es nur wegen der hohen Zahl an prognostizierten Blowouts), interessanter wird aber die Frage sein, ob – und v.a. wann – er sich zu einem Transfer entscheidet. Spielt er nicht mehr als weitere drei Spiele, könnte er als Grad Transfer (er wird seinen Abschluss im Dezember machen) sofort im Anschluss zu einem anderen FBS-Team wechseln und noch weitere zwei Jahre spielen. Spielt er die Saison durch, wäre es nur ein weiteres Jahr.
So oder so, Alabama wirkt erneut absolut loaded, und das nachkommende Talent kennt (fast) kein Ende. S Deionte Thompson wirkt in seinem ersten Jahr als regulärer Starter wie einer der Top-Centerfielder im College: tolle Range, Instinkte und Ball Skills. NT Quinnen Williams zeigte im ersten College-Start einige schöne Moves und sorgte für ständige Disruption im Backfield. Reihte sich ohne Qualitätsverlust zwischen Isaiah Buggs und Raekwon Davis ein. Nur zwei von einigen Beispielen, die ein mindestens ähnlich dominantes Auftreten der Tide Defense wie in den letzten Jahren erwarten lassen. Dazu das neue Passing Game mit Tua, der seine WRs hervorragend einbinden konnte – es ist Langeweile zu befürchten.

 

Bud Foster Superstar

Es gibt so Tendenzen, denen ich immer wieder erliege. Eine mir mittlerweile bewusste ist das Abschreiben von Stanford nach einer frühen Niederlage – das tue ich fortan nicht mehr. Deren HC David Shaw findet immer Wege, sein Team wieder in die richtige Spur zu bringen. Eine andere Tendenz wurde in meiner letztwöchentlichen Preview mal wieder offenbar: Ich zählte Virginia Tech nicht zu den Topteams, da sie einen riesigen Aderlass in der Defensive zu beklagen haben, darunter zwei 1st rounder und drei weitere Draftpicks. Sowas scheint für den langjährigen DC Bud Foster jedoch überhaupt keine Rolle zu spielen. Seine Defense dominierte die Offense von Florida State nach Belieben. Wenn deren supertalentierter RB Cam Akers nicht den einen langen Lauf gehabt hätte, wäre er mit Minusyards (!) aus dem Spiel gegangen. Fünf Turnovers gelangen der Hokies Defense gegen QB Deondre Francois und Co. Oder wie wärs mit dieser Statistik:

Einfach unfassbar – was für ein genialer Defense-Coach! Unter seinem langjährigen HC Frank Beamer (Stichwort: „Beamerball“) ist er fast etwas untergegangen. HC Justin Fuente tat gut daran, ihn im Team zu behalten und nicht stumpf seinen eigenen DC zu installieren (der wurde einfach Co-DC, ist dieses Jahr aber nicht mehr im Team).
Einige Spieler zeigten deutliche Verbesserungen (u.a. DE Trevon Hill, obwohl der bereits 2017 zu den stärkeren Linemen gehörte, tolle Kombination aus upfield Speed & Bend), andere kamen quasi aus dem Nichts, wie Fr. S Caleb Farley mit zwei INTs und einem Sack. Die Offense um QB Josh Jackson musste größtenteils nur verwalten. Auf diese Defense bin ich im weiteren Saisonverlauf enorm gespannt.

 

Nur Nick Bosa? Von wegen!

Eines der größeren Fragezeichen der Ohio State Defense war der Outside Passrush abseits von Superstar Nick Bosa, da Sam Hubbard, Jalyn Holmes und Tyquan Lewis mittlerweile alle in der NFL spielen. Enter Chase Young, true Sophomore und im letzten Jahr der fünfte Mann in der Rotation. Auch wenn er beim klaren 77-31 Sieg gegen Oregon State keine überragenden Stats aufweisen konnte, überzeugte er mit Burst und gutem Bend und war andauernd im Backfield anzutreffen. Habe mir ein paar Spielsequenzen noch einmal intensiver angeschaut und da hatte er – wenn überhaupt – nur einen minimal schlechteren Getoff als Bosa. Es gibt Dinge, die man ganz schwer trainieren kann. Von Young werden wir diese Saison noch einiges hören, da bin ich mir relativ sicher. Gute Nachrichten für die Buckeyes, die allerdings ungewohnte Probleme in der Run Defense offenbarten. Abstimmung & Gap Responsibility bei den Linebackern bedarf noch Finetuning.

 

Same old LSU…

Ein durchaus überraschender 33-17-Sieg gegen Miami, der die Dominanz der Tigers nicht einmal vollständig wiedergibt, aber trotz neuer Namen bleibt eigentlich alles beim Alten: ein Verwalter-Quarterback, der Turnover vermeiden soll, bestenfalls unspektakulär spielt, klassischerweise mit unter 50% Completion Rate (nur heißt der jetzt Joe Burrow), ein Bruiser-RB, der die Offense trägt (nur heißt der jetzt Nick Brossette), ein WR Deep Threat für den gelegentlichen Pass (nur heißt der jetzt Justin Jefferson) und natürlich eine sehr aggressive Defense, die die Canes drei Viertel lang komplett erstickte und bis ins letzte Viertel bei 3 Punkten hielt. Diese Defense könnte noch ein wenig besser sein als die vorigen Jahrgänge, da das nachkommende Talent sehr vielversprechend wirkte, insbesondere die jungen Linebacker Jacob Phillips und K’Lavon Chaisson.  Letzterer verletzte sich allerdings am Knie und fällt für den Rest der Saison aus – eine ganz bittere Nachricht. Und wer sich an das Preview erinnert: S Grant Delpit machte erneut ein Wahnsinnsspiel, ist fast als fünfter Linebacker zu zählen (ohne damit seine Pass D schlechtzureden). Auf ihn achten, bitte!
Ein wichtiger Sieg für Coach O, der zuvor sicherlich nicht am allersichersten auf seinem Stuhl saß.

 

True Freshman-Receiver in der Big Ten

Der geneigte Leser weiß, dass ich mich vor allem mit der Big Ten beschäftige und dort wenn möglich auch die Spiele der (unter)durchschnittlichen Teams anschaue. Das ist gerade zu Beginn der Saison spannend, weil hier die Möglichkeit für Freshmen mitunter recht groß ist, Einsätze zu bekommen. Und manchmal sieht man einen und weiß einfach: Der isses! So geschehen beim Conference-Duell zwischen Northwestern und Purdue. Ich hatte im Preview schon geschrieben, dass Boilermakers-HC Jeff Brohm einiges auf true Frosh WR Rondale Moore hält und war neugierig, wieviel Zeit er in der Offense sehen wird. Und dann legte er so eine Show hin: Ultraspeed, Quickness, tolle Cuts (& Beschleunigung daraus) und sogar einszwei Mal ein gutes Gefühl für offene Fenster in der Zone Coverage. Im allerersten Spiel brach er gleich mal den Schulrekord mit 313 all-purpose Yards – inklusive eines Receiving TDs und eines Rush TDs nach Jet Sweep, aber auch mehreren hochgefährlichen Returns. Moore ist ein Spieler eigentlich deutlich oberhalb von Purdues Kragenweite: Ursprünglich ein Texas-Commit, der Purdue wohl nur wählte, weil er mit Trinity dieselbe Highschool besuchte wie viele Jahre zuvor HC Brohm. Wenn Moore sich nicht verletzt, hat die Big Ten mindestens drei Jahre eine echte Attraktion mit dauernder Big Play Qualität.

Zwei Tage später setzte der nächste true Freshman WR zu einem Rekordtag an, der nicht so ganz leicht einzustellen sein wird: Marylands Jeshaun Jones erzielte mit seiner ersten Ballberührung im College einen Rushing TD via Jet Sweep, mit seiner zweiten fing er einen TD-Pass und mit seiner dritten warf er einen TD-Pass. Unter anderem dadurch gewannen die Terps unter Interims-HC Matt Canada (der wieder einen sehr typischen Offense Gameplan bereitstellte) nach all den Unruhen um den Tod ihres OL Jordan McNair und der Suspendierung von HC D.J. Durkin überraschend auch das zweite Saisoneröffnungsspiel gegen Texas mit 34-29. Ein besseres Debüt geht wohl nicht. Ob Jones seine Leistungen dauerhaft bestätigen kann, bleibt indes abzuwarten; bei Moore war doch noch eine Ecke mehr (und konstanterer) Wow-Faktor vorhanden.

 

Noch mehr Receiver…

Die erste Woche gehörte – zumindest in den Offenses – eindeutig den Receivern. Ich kann und werde jetzt nicht jede einzelne gute Leistung erwähnen können, aber zwei abschließende Kommentare zu diesem Thema seien mir noch erlaubt: Der erste betrifft das unscheinbare ACC-College Wake Forest, in dem sich eine ganze Menge vielversprechender Receiver tummeln. So. Greg Dortch, von dem ich als Freshman ein riesengroßer Fan war, zeigte im Auftaktspiel gegen Tulane (12-149-0), dass er keine Nachwirkungen von seiner Verletzung mehr hat, die ihm den letzten Teil der vergangenen Saison kostete. Kleiner WR, der nicht nur durch Schnelligkeit, sondern auch durch eine gehörige Portion Toughness überzeugt. Sein Counterpart, der große und kräftige Scotty Washington, fiel mit Schulterverletzung aus, was den Weg ebnete fürs College-Debüt von Fr. Sage Surratt (11-150-0). Und wie:

Kann man mal so machen. Die Offense der Deacons wird spannend zu beobachten sein. True Freshman QB Sam Hartman, Nachfolger von John Wolford, feuerte aus allen Rohren (378 Pass Yards, 64 Rush Yards). Bin gespannt auf die Performances gegen die Conference-Gegner. Möglicherweise wächst da etwas für die nächsten Jahre heran.

Der zweite Kommentar bezieht sich auf Arizona States WR N’Keal Harry, den ich im Don’t sleep on… bereits etwas näher vorgestellt habe. Mittlerweile gilt er als einer der heißesten WR-Draftpicks des kommenden Jahres, unter anderem wegen solcher Plays wie diesem gegen UTSA:

Harry wird auf diesem Blog mit Sicherheit noch häufiger Thema sein – unabhängig davon, was sich Sun Devils HC Herm Edwards noch so alles leisten wird.

 

Auf den Tag genau…

… 11 Jahre nach einer der größten Sensationen der CFB-Geschichte hätte derselbe Außenseiter beinahe erneut zugeschlagen. Appalachian State, seinerzeit noch in der FCS, gewann am 01. September 2007 im Big House gegen ein an #5 geranktes Michigan mit 34-32 – letztlich auch Anfang vom Ende des legendären Michigan-HCs Lloyd Carr. Am vergangenen Samstag reiste App State – mittlerweile Mitglied der FBS Sun Belt Conference – erneut zu einem Big Ten-Schwergewicht, den an #10 gerankten Penn State Nittany Lions. Im vierten Viertel gelangen den Mountaineers gegen eine teils indisponierte Lions Defense vier Touchdowns zur 38-31 Führung mit noch 1:47 auf der Uhr. Ein langer Kickreturn von Fr. WR K.J. Hamler und ein eiskalter Drive von QB Trace McSorley, der am Ende Hamler zum TD bediente, verhinderten App States zweiten Streich. In der Overtime sorgten dann Barkley-Nachfolger Miles Sanders und CB Amari Oruwariye, der in der regulären Spielzeit ein paar ungewohnte Coverage-Schwächen offenbarte, für den Sieg des Favoriten. Sicherlich wäre ein Sieg von App State nicht in derselben Liga einzuordnen gewesen wie seinerzeit derjenige gegen Michigan, eine schöne Story hätte es dennoch hergegeben.

 

Huskers & Bulls Watch:

Alles war angerichtet für das erste Spiel von Scott Frost als HC der Huskers: Wie immer ausverkaufte Hütte. Eine elektrisierende Stimmung, die nach Augenzeugenberichten so gut wie schon ganz lange nicht mehr war. Zuschauer, die sich klaglos nassregnen ließen. Der Kickoff der Akron Zips, und genau jetzt würde die Ära von Frost und QB Adrian Martinez, dem ersten opening day Starter als true Freshman Quarterback, beginnen. Pustekuchen, nix begann, außer einem kräftigen Gewitter. Vor dem ersten Offensivspielzug wurde das Spiel erst unterbrochen, später dann ganz abgebrochen. Man bot den Zips als Ausweichtermin den Sonntag an, aber das war aufgrund von infrastrukturellen Problemen (Übernachtungen in der Nähe von Lincoln) wohl nicht zu bewerkstelligen. Nun soll das Spiel eventuell am Championship Weekend nachgeholt werden, sollte für eines der beiden Teams davon die Bowlteilnahme abhängen (und das andere natürlich nicht im entsprechenden Championship Game antreten, wovon eh niemand ausgeht). Nun kommt es zu der – sportromantisch betrachtet – schönen Konstellation, dass Frosts erstes Spiel (von dem einem Kickoff abgesehen) gegen den alten Big-8 Rivalen Colorado steigen wird. Nach Jahren ohne Duell zwischen Huskers und Buffs fast noch ein wenig passiger…

Es ging zwar nur gegen FCS-Team Delaware State, aber die Offense der Bulls deutete ihre Explosivität mit fünf Touchdowns vor der Pause mehr als an (Endstand 48-10). QB Tyree Jackson verließ sich wie gegen Ende der Saison 2017 ausschließlich auf seinen Arm und warf 6 Touchdown-Pässe. Die Yard-Zahlen von ihm und Star-WR Anthony Johnson waren indes eher unspektakluär, allerdings ließ HC Lance Leipold früh die zweite und dritte Garde ran. Zudem sorgte die Defense immer wieder für gute Feldposition, so dass nicht viele Yards zum Touchdown nötig waren. In jener Defense machte übrigens ein gewisser Ledarius Mack seinen ersten Sack auf FBS-Level (inklusive Forced Fumble wohlgemerkt). Richtig geraten, der kleine Bruder von Khalil. Zwar längst nicht mit dessen Talent gesegnet, dennoch wäre es wichtig für die Bulls, wenn er den etwas brachliegenden Passrush abseits von DE Chuck Harris beleben würde. In der kommenden Woche wartet mit Temple auf jeden Fall ein anderes Kaliber.

 

4 Gedanken zu „Notizen Woche 1

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