Vorschau Woche 7: Was tun um 21:30 Uhr?

 

Kracher des Spieltags:

#2 Georgia Bulldogs (6-0) @ #13 LSU Tigers (5-1)
(21:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Georgia ist mit einer makellosen Bilanz in die Saison gestartet, und damit meine ich nicht nur ihre 6-0 Bilanz: Kein Gegner kam ihnen auch nur ansatzweise nahe. In fünf von sechs Spielen erzielte das Team von HC Kirby Smart über 40 Punkte (gegen Tennessee warens 38), und nur einmal (bei Missouri) ließ man mehr als 20 Punkte zu. Nun wartet in Baton Rouge mit LSU die mit Abstand größte Hürde. Wengleich die Tigers letzte Woche das meiner Meinung nach hochklassige Defensivduell bei Florida verloren haben, sind sie im Vergleich zu den letzten Jahren ein deutlich gefährlicheres Team. Für Georgia brechen die Wochen der Wahrheit an: Ihre nächsten vier Gegner (LSU, Florida, Kentucky, Auburn) sind momentan allesamt gerankt.

Bulldogs Offense vs. Tigers Defense:

Georgia spielt sicherlich nicht die spektakulärste, aber dafür eine enorm effiziente pro-style-ähnliche Offense: viel variables Laufspiel und immer wieder gut getimete Playaction-Pässe. QB Jake Fromm ist in seinem zweiten Jahr wesentlich sicherer geworden und vermeidet Fehler, viel mehr wurde von ihm bislang noch nicht verlangt. Ob er der große Difference Maker wäre, wenns drauf ankommt, wird erst noch herauszufinden sein. Der dual-threat 5-star Freshman QB Justin Fields konnte ihm noch nicht gefährlich werden, kriegt allerdings immer ein paar Plays aus speziellen Packages. Vor den QBs steht eine O-Line, die zu den allerbesten des Landes gehören dürfte. C Lamont Gaillard und LT Andrew Thomas sind mir bereits 2017 ins Auge gestochen (Thomas war seinerzeit noch RT, u.a. hervorragendes zweites Spiel gegen Auburns DE Jeff Holland), aber auch die Unit als Ganzes hinterlässt einen hervorragenden Eindruck, insbesondere im Passblock. Und das Beste daran ist: Von Sr. Gaillard abgesehen sind alle anderen noch Freshmen oder Sophomores. Gute Aussichten für die Zukunft. Im Laufspiel hat in den vergangenen Wochen eine kleine Wachablösung stattgefunden. D’Andre Swift, designierter Nachfolger von Nick Chubb & Sony Michel, musste mehr und mehr Carries an Elijah Holyfield (den Sohn von Evander „The Real Deal“) abgeben, der sich in den letzten Wochen in hervorragender Form präsentierte. Swift ist trotz seines gedrungenen Körperbaus eher der Slasher, Holyfield der etwas bessere Inside Runner mit ordentlich Druck hinter den Pads. Dazu: nette Kombination aus Vision, Sidestep (oft noch im Backfield) und Burst. Mal drauf achten.
Bei den Receivern haben Riley Ridley (Bruder von Ex-Alabama-Star Calvin Ridley) und Speedster Mecole Hardman auf meisten auf sich aufmerksam gemacht. Der zuvor am höchsten eingeschätzte Terry Godwin hatte mit Verletzungen zu kämpfen, und der späte Cal-Transfer Demetris Robertson offenbarte ein paar Startprobleme. Auch wenn die Receiver nicht die großen Stats aufweisen, sind sie dennoch extrem wichtig für das Gelingen der Offense. Insbesondere Ridley und Godwin spielen extrem physisch, sind dazu hervorragende Blocker am Perimeter.

Die Defense von LSU bzw. ihrem hervorragenden DC Dave Aranda habe ich in den vergangenen Wochen schon mehrfach ausführlicher vorgestellt (unter anderem hier und hier), daher nun etwas zugespitzter. Grundsätzlich war die Leistung gegen Florida sehr gut, allerdings sind ein paar Schwächen, die bereits vorher bestanden, verstärkt an die Oberfläche getreten. Zum einen ist das der fehlende Passrush über außen. Nach der Verletzung von OLB K’Lavon Chaisson haben die Tigers keinen Edgerusher, der die gegnerischen O-Lines so richtig in die Bredouille bringt. OLB Michael Divinity zeigt immer wieder gute Ansätze, aber konstant kriegt LSU keinen Druck auf den gegnerischen Quarterback. Sicherlich keine guten Aussichten gegen eine so hervorragende Passblock O-Line wie die der Bulldogs. Zum anderen zeigten die Tigers ungewohnte Schwächen in der Run Defense, gerade bei Outside Runs und Option-Spielzügen. Teilweise lag das sicherlich auch an der Verletzung von ILB Jacob Phillips, dessen Wichtigkeit man erst mit seinem Fehlen so richtig merkte. Der andere ILB Devin White ist einer der besten Linebacker des Landes mit seinem hervorragenden Sideline-to-Sideline-Speed, hier ein besonders anschauliches Beispiel von letzter Woche:

Aber alleine kann er es eben auch nicht richten. Phillips soll nun allerdings wieder vollständig genesen sein. Dennoch: Ich bin gespannt, ob die Bulldogs nicht doch ein wenig mehr mit Option Plays hantieren werden. Vielleicht wird ja der mobile QB Fields aus eben diesem Grund ein paar mehr Spielzüge sehen.
In der Secondary gibt es ebenfalls ein paar kleinere Probleme. Zwar lässt Star-CB Greedy Williams weiterhin gegen keinen Receiver irgendetwas zu, und S Grant Delpit hat sich gegen den Pass und in Sachen Ballskills diese Saison noch einmal verbessert, aber CB Kristian Fulton verletzte sich gegen die Gators und ist noch fraglich für Samstag. True Fr. CB Kelvin Joseph ist zwar hochtalentiert, ließ sich jedoch einszwei Mal ordentlich verladen. Hier müssen die Tigers extrem konzentriert bleiben, gerade da die Passspielzüge der Bulldogs mitunter unvermittelt oder überraschend kommen oder verstärkt double Moves beinhalten.

Key Matchups:

Bulldogs C Lamont Gaillard vs. Tigers NT Breiden Fehoko

Wichtiges Duell up front. Fehoko ist kein typischer 0-tech NT: deutlich agiler und disruptive, dafür weniger Power für etwaige double Teams. Gaillard ist ebenfalls eher ein athletischer beweglicher Liner (auch gut im 2nd level) und nicht so der Power/Man-Bulle. Kann Gaillard Fehoko kontrollieren, kommt im Laufspiel sehr viel Arbeit auf die beiden ILBs zu…

Bulldogs RB Elijah Holyfield vs. Tigers ILBs Devin White & Jacob Phillips

… das wäre dann dieses Duell. Holyfield ist ein extrem muskulöser Power Back mit unterschätzter Athletik, Agilität und einigem Speed. Nimmts auch gerne head-on mit möglichen Tacklern auf. White mit seiner Range und Phillips als sicherer Tackler inside müssen das Laufspiel der Bulldogs unbedingt eindämmen, um sie in eindeutige Passing Downs zu schicken.

Bulldogs QB Jake Fromm vs. Tigers CB Greedy Williams

Eigentlich sollte das Duell zunächst „Riley Ridley vs. Greedy Williams“ lauten, aber ich habe es nochmal geändert. Egal, gegen wen Williams steht, Fromm sollte sich unbedingt auf die andere Seite orientieren (egal, ob Fulton wieder fit ist oder Joseph spielt). Dafür sind die Bulldogs WR zu ausgeglichen besetzt, um die klare #1 auch gegen Williams suchen zu müssen. Wenn Ridley gegen ihn steht, lieber den Speed von Hardman auf der anderen Seite versuchen auszunutzen. Fehler sollte sich Fromm hier auf keinen Fall erlauben.


Tigers Offense vs. Bulldogs Defense:

Für die Tigers Offense gilt selbstredend dasselbe wie für die Defense – bereits einige Male vorgestellt. Auch hier sind ein paar Tendenzen offensichtlich: Obwohl der ehemalige OC Matt Canada aus Sicht von HC Ed Orgeron eine Fehlbesetzung war, haben doch einige seiner Ideen unter dem neuen OC Steve Ensminger überlebt: einige Pre Snap-Motion sowie insbesondere tatsächliche oder angedeutete Jet Sweeps, die die Box fürs Inside Running etwas lockern sollen. Dies verleiht dem ansonsten ja weniger explosiven Angriff zumindest einige unwägbare Momente. Grundsätzlich funktioniert die Offense dann am besten, wenn QB Joe Burrow bei early downs werfen darf. Burrow ist ein klares Upgrade gegenüber den LSU-QBs der letzten Jahre, aber gerade das Ende des Spiels gegen die Gators hat gezeigt, dass die Offense nicht für reine Passsituationen gemacht ist. Kriegt man die gegnerische Defense mit einigen guten Playaction-Pässen bei frühen Downs aus der Komfortzone, wird das Laufspiel von Bruiser Nick Brossette und slippery Clyde Edwards-Helaire belebt. Hier muss Ensminger ein wenig darauf achten, die Hot Hand zu bespielen und nicht sklavisch an Wechseln nach soundsoviel Drives festzuhalten. Gegen Florida war Brossette im vierten Viertel klar der effektivere Runner, wurde jedoch nach seinem hervorragenden Drive zur zwischenzeitlichen Führung dann wieder rausgenommen. Manchmal ist es eben wichtig, nicht „too cute“ zu werden. Die O-Line hatte ohne ihren besten Spieler, OG Garrett Brumfield, einige Probleme gegen Floridas Passrush, daraus würde ich allerdings noch keinen Trend ableiten wollen, da auch noch andere Teams bzw. Lines unter deren Passrush-Trio leiden werden.

Trotz all der Abgänge ist Georgias Defense unverändert hervorragend: Sie kassierte die zweitwenigsten Punkte bis dato, und trotz der hohen Führungen konnten gegnerische Teams nicht einmal gegen ihre Prevent Packages oder die Backups besonders erfolgreich passen (insg. 170 Yards/Game). Vieles beginnt bei ihrer 3-man Front um den stark unterschätzten DT Tyler Clark und den 5tech Jonathan Ledbetter, der jedoch noch nicht ganz so wie gewünscht in Erscheinung getreten ist. Auf Linebacker musste man sich nach den Abgängen von Roquan Smith, Lorenzo Carter und Devin Bellamy neu aufstellen: OLB D’Andre Walker, der gegen Ende der letzten Saison schon stark aufkam, ist der mit Abstand beste Passrusher, ansonsten gibts auch bei den Bulldogs in diesem Bereich ein wenig Mangel. Natrez Patrick hat seine Drogenprobleme hinter sich und bewies seine Wichtigkeit als ILB gegen den Lauf. Prunkstück der Defense ist  die Secondary: CB Deandre Baker ist ein extrem aggressiver, physischer Corner mit guter Technik, der in Zone und Man gleichermaßen brillieren kann, dem aber immer wieder athletische und Geschwindkeits-Mängel nachgesagt werden, die bisher allerdings niemand so recht ausnutzen konnte. 2017 und 2018 hat er keinen einzigen Touchdown zugelassen, eine unfassbare Statistik! Auf der anderen Seite hat sich true Fr. Tyson Campbell, einer der Top-Recruits dieses Jahres, gleich mal den Starterposten gesichert (ähnlich wie der andere Top-CB, Patrick Surtain, bei Alabama). Und hinter ihnen steht mit J.R. Reed ein unterschätzter Safety: sehr sicherer Tackler im open Field und immer mal gut für ein Big Play.

Key Matchups:

Tigers LT Saahdiq Charles vs. Bulldogs OLB D‘Andre Walker

Charles ist ein talentierter Tackle, der in der vergangenen Woche von Jachai Polite und Co. lebendig verspeist wurde. Zeit für ein Bounceback-Game? Walker ist sicherlich nicht in der Kategorie der Gators-Rusher einzuordnen, eher Typ Hustle-Player, der dadurch öfter, als es seine Athletik oder Technik eigentlich hergibt, am richtigen Ort ist. Kriegt Charles Walker kontrolliert, könnte Burrow in der Pocket ein wenig durchatmen – und die Tigers würden eventuell den einen oder anderen Shot mehr callen.

Tigers WR Justin Jefferson vs. Bulldogs CB Deandre Baker

Jefferson hat in seiner Sophomore Season einen großen Sprung gemacht und ist die gefährlichste Waffe im Passspiel. Um ihn wird sich sicherlich Baker kümmern, der bisher eine exzellente Saison spielt (laut PFF erlaubte er bisher ein QB-Rating von 33,7). Nimmt man Burrow seinen besten Receiver, gerät das Passing Game der Tigers schnell ins Stottern.

Tigers RB Nick Brossette vs. Bulldogs ILBs Natrez Patrick & Monty Rice

Dieses Matchup ist auch als Appell zu verstehen, länger an Brossette festzuhalten und den anderen RB Edwards-Helaire eher als Change of Pace einzusetzen (da der aus weniger Carries mehr machen kann). Brossette muss sich heiß laufen, da im Power Running durch die Mitte meiner Ansicht nach die beste Chance der Tigers besteht – wenn überhaupt irgendwo, dann wäre dort die Achillesferse der Bulldogs. Patrick und seine ILB-Kollegen (Georgia rotiert dort) werden alle Hände voll zu tun haben.

Fazit: Machen wir uns nichts vor, Georgia ist eindeutiger Favorit. Die Bulldogs sind ausgeglichener in der Offense, was Lauf und Pass angeht, und die Defenses – obwohl nicht gleichzusetzen – haben ähnliche Stärken und Schwächen. LSU müsste die Mitte der Bulldogs Defense attackieren und die Linebacker zu Fehlern zwingen. Wenn das Spiel eng bleibt, ist das erstmal ein Vorteil für die Tigers. Letztlich sollte das größere Talent in der O-Line, auf QB und auch bei den Receivern aber den Unterschied machen.

 

#7 Washington Huskies (5-1) @ #17 Oregon Ducks (4-1)
(21:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Die beiden aktuell besten Teams der Pac-12 North treffen sich – leider zeitgleich mit dem SEC-Duell – zum großen Showdown.  Oregon steht dabei deutlich mehr unter Druck aufgrund der vollkommen vermeidbaren Niederlage gegen Stanford. Verlieren sie dieses Spiel, können sie die Divisionskrone so gut wie abschreiben. Washington hat sich von der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Auburn gut erholt, allerdings läuft man immer wieder ein wenig Gefahr, sich der Qualität der Gegner anzupassen (Arizona State, UCLA). Sowas kann auch mal schiefgehen. Gegen Oregon sollte es aber definitiv keine Einstellungsprobleme geben.

Ducks Offense vs. Huskies Defense:

Ducks QB Justin Herbert gegen die superbe Huskies Secondary: Es ist wohl das Matchup des gesamten College Football Spieltags! Herbert spielt eine hervorragende Saison, die von seinen Stats (64,7%, über 10 Yards/Attempt, 15 TDs, 5 INTs) nicht einmal vernünftig abgebildet wird. Hervorragender Arm, attackiert alle drei Level des Feldes, kann Man und Zone Coverage gleichermaßen sezieren (Anspieltipp: Stanford), schnelles Processing, beweglich, guter Thrower on the Move. Geht er 2019 in den Draft, vermute ich, dass er als erster QB gepickt wird – aber bis dahin ists ja noch ein Weilchen hin. Herbert hat eine gute Passblocking Line um C Jake Hanson und RT Calvin Throckmorton vor sich, die er durch seine Art zu spielen allerdings noch besser macht. Mit WR Dillon Mitchell hat er insbesondere in den letzten Spielen eine hervorragende Chemie entwickelt (insg. 442 Yards).

Auf der anderen Seite steht die vielleicht unterschätzteste Secondary des Landes. Insbesondere über die Cornerbacks wird viel zu selten gesprochen: Byron Murphy ist ein exzellenter aggressiver Corner mit Quickness und hervorragenden Instinkten, die ihm immer wieder Plays gegen den Ball erlauben (bereits 9 PBUs). Murphy brilliert in Off Coverage, wenn er den Receiver und die Route(nkombinationen) lesen und blitzschnell reagieren kann. Myles Bryant ist undersized, aber extrem quick und mit Top Change of Direction ausgestattet. Gibt in der Huskies Defense vor allem den Nickel-Corner. Auf Safety hat man mit Taylor Rapp (der tendenziell eher Centerfield spielt) und JoJo McIntosh (der näher an der Box positioniert ist, da er in Space ein paar mehr Probleme hat) ein Duo, das extrem fast downhill kommt und hervorragend tacklet. Washington hat nicht den Top-Passrush der vergangenen Jahre (insb. 2016), was sich allein daran zeigt, dass die beiden besten QB-Jäger S Rapp (3 Sacks) und Slot CB Bryant (2 Sacks) sind. Da hier gegen die Oregon O-Line nicht viel Besserung zu erwarten ist, wäre eine Eindämmung von Herbert Impact ein weiteres Meisterstück dieser Top-Secondary.

Von diesem Matchup hängt sicherlich im weiteren Verlauf des Spiels ab, wieviel Oregon laufen wird. Grundsätzlich müsste dies dann gehen, wenn Washington aus seiner 3-4 bzw. 3-3-5 Defense in die 2-3-6 Aufstellung wechselt. Nur 2 D-Liner sollte Oregon auszunutzen wissen, auch wenn das Laufspiel noch nicht ganz die Klasse vergangener Jahre hat. CJ Verdell machte (vom Killerfumble gegen Stanford abgesehen) bisher den besten Eindruck, ist jedoch angeschlagen, ebenso wie der erfahrenste Runner, Tony Brooks-James. Hier wird es wohl zu einem Committee kommen. Auf der anderen Seite spielen insbesondere NT Greg Gaines und ILB Ben Burr-Kirven exzellenten Football gegen den Lauf. Burr-Kirven ist undersized, aber diagnostiziert schnell und kann Blocks hervorragend ausweichen (quick lateral Movement), ohne sich aus dem Spiel zu nehmen. Zudem hat er eine ordentliche Range und kann auch in Coverage eingesetzt werden.

Huskies Offense vs. Ducks Defense:

Das weniger hochklassige Duell, was ja nicht unbedingt etwas bedeuten muss. Die Huskies verlassen sich primär aufs Laufspiel der RBs Myles Gaskin und Salvon Ahmed hinter einer soliden O-Line um RT Kaleb McGary, die jedoch unter dem Ausfall ihres Star-OT Trey Adams leidet. Gaskin ist slippery as hell und mit guter Balance ausgestattet, Ahmed der athletischere und v.a. endschnellere Runner. Gaskin laboriert noch an einer Schulterverletzung, laut HC Chris Petersen soll er aber spielen können. QB Jake Browning bleibt so ein wenig ein Enigma, hat in den vergangenen Spielen allerdings etwas mehr Konstanz und Genauigkeit gezeigt. Einen Arm für die tiefen Pässe wird er nie bekommen, immerhin hat sich nun WR Aaron Fuller aus einem zuvor schwer einzuschätzenden WR Corps als klare Nummer #1 herauskristallisiert.

Oregons 3-4 Defense hat im Zusammenspiel noch nicht so gut ausgesehen, wie ich vor der Saison dachte – in Anbetracht der vielen guten Spieler, die sich dort mittlerweile tummeln. Mit Jordon Scott haben sie einen vielversprechenden jungen NT, dazu den sehr athletischen DE Jalen Jelks, der leider immer noch etwas entgegen seiner Stärken einsetzt wird (zu oft als 5tech oder gar interior Liner). Mit OLB Justin Hollins hat man dazu endlich wieder einen zweiten gefährlichen Edgerusher neben Jelks. Bester Spieler der Defense ist trotz leichtem statistischem Rückgang weiterhin LB Troy Dye, der aufgrund seiner Athletik für verschiedenste Aufgaben eingesetzt werden kann. In diesem Spiel wird es für ihn vor allem darum gehen, RB Gaskin – notfalls im open Space – sicher zu tacklen und ihm keine Extrayards zu ermöglichen.
Begeistert bin ich dieses Jahr von S Ugo Amadi. Der war mir 2017 schon ein paar Mal positiv aufgefallen, diese Saison muss er sich vor wenigen Safeties verstecken: Leider sehr undersized, aber fluider, wendiger Typ, gute Ball Skills, vor allem als Centerfielder gewinnbringend einsetzbar. Auf ihn muss QB Browning insbesondere achten, der ja immer mal wieder für einen üblen Bock zu ungünstiger Zeit gut ist. Amadi ist der Leader einer sehr jungen Secondary, in der CB Thomas Graham nach seiner exzellenten Freshman-Saison weiterhin auf hohem Niveau spielt. True Fr. S Jevon Holland, der vor allem in Big Nickel-Situationen eingesetzt wird, fing bereits 3 Interceptions. Trotz vieler Big Plays (sowohl INTs als auch Sacks) ist die Ducks Defense immer ein wenig anfällig, vor allem gegen den Pass.

Key Matchups:

Ducks QB Justin Herbert vs. Huskies S Taylor Rapp

Ducks WR Dillon Mitchell vs. Huskies CB Byron Murphy

Ducks C Jake Hanson vs. Huskies NT Greg Gaines

Huskies RB Myles Gaskin vs. Ducks LB Troy Dye

Huskies WR Aaron Fuller vs. Ducks CB Thomas Graham

Huskies RT Kaleb McGary vs. Ducks OLB Justin Hollins

Fazit: Früher galt ja das Motto, dass eine gute Defense im Duell mit einer guten Offense im Vorteil ist. Defense wins Championships und so. Das lässt sich so pauschal schon länger nicht mehr sagen (tat es wahrscheinlich auch noch nie). Ich bin mir halt nicht sicher, ob der fehlende Passrush der Huskies hier nicht doch den Ausschlag pro Ducks gibt, gerade wenn man sich Herberts Fähigkeiten vergegenwärtigt, Zone Defenses auseinanderzunehmen. Das andere Duell ist für mich eine Frage von Tagesform und eventuell Big Plays. Möglicherweise überschätze ich die Ducks Defense aufgrund meiner Affinität für einzelne Spieler (die in diesem Fall mehr wert sind als die Summe), aber irgendwie rechne ich ein wenig mit der Überraschung.

 

#15 Wisconsin Badgers (5-1) @ #12 Michigan Wolverines (5-1)
(01:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Für beide Teams gilt: Noch eine Niederlage, und man ist mit großer Sicherheit nicht in den Playoffs dabei. Michigan verspürt darüber hinaus noch etwas mehr Druck: Nur ein Sieg erhält den Druck auf Ohio State in der Big Ten East, zudem hält man sich so Penn State und Michigan State (jeweils schon eine Niederlage in der Conference) vom Leib. Wisconsin dürfte selbst bei einer Niederlage weiterhin der klare Favorit auf die Big Ten West-Krone sein.

Badgers Offense vs. Wolverines Defense:

Alles in diesem Spiel steht unter dem Stern „Jonathan Taylor gegen die Wolverines Defense“. Mir ist letzte Woche während des Spiels meiner Huskers gegen Wisconsin aufgefallen, wie sehr man Taylors Leistungen für normal hinnimmt und gar nicht mehr groß betont. Das ist eigentlich grundfalsch, denn Taylor ist nach wie vor einer der allerbesten Runner des Landes (schon wieder 849 Yards und 8 TDs), an den man sich gar nicht gewöhnen sollte, weil er auf viele Weisen ein so einzigartiger RB ist. Aus diesem Grund verlinke ich hier nochmal mein Don’t sleep on… des vergangenen Jahres, in dem ich Taylor etwas näher betrachtete. Er ist ja nicht nur ein Big Back mit Speed; das Beeindruckstendste sind für mich die kleinen Adjustments, die er schon im Backfield mit seinem Footwork vornimmt. Auch technisch einfach ein extrem sauberer Runner. Sicherlich hat er den großen Vorteil, die wohl beste runblocking Line des Landes vor sich zu haben. Hier könnte man alle fünf Spieler extra hervorheben, ich beschränke mich heute auf C Tyler Biadasz (der immer noch unterschätzt wird), OG Beau Benzschawel und den von OT auf OG gewechselten Michael Deiter.

Ich betone die interior O-Line unter anderem deswegen, weil ich dort die größte Chance auf Erfolg vermute, da die DTs von Michigan gegenüber dem Rest der Defense eventuell leicht abfallen. Außen hofft man sehnlichst auf die Rückkehr von DE Rashan Gary (der im Ernstfall nach innen rücken könnte), angeblich soll es eher gut aussehen. Wäre extrem wichtig für die Wolverines, die Zange Gary und Chase Winovich wieder zusammen zu haben. Sehr gespannt bin ich auf Star-MLB Devin Bush, für den dieses Spiel auch im Hinblick auf die nähere Zukunft besonders wichtig sein wird. Bush ist ein superathletischer und extrem physischer Sideline-to-Sideline Terror, aber eben eine Ecke undersized. Inwieweit er sich in der Mitte gegenüber pullenden O-Linern durchsetzen kann und wie sicher er den 220-Pfunder Taylor tacklen kann, wird sicherlich im Frühjahr bezüglich seiner NFL Projection diskutiert werden. In den ersten Spielen hatte Michigans Defense gegen den Lauf größere Schwierigkeiten als gegen den Pass, in den letzten Wochen wurde diese vermeintliche Schwäche vorerst behoben.

Wie immer gilt: Stoppt man Taylor und zwingt dadurch Badgers QB Alex Hornibrook in eindeutige Passsituationen, steigen die Chancen. Auch wenn viele Hornibrook diese Saison loben, sehe ich ihn weiterhin kritisch. Mit AJ Taylor und Danny Davis hat man ein so gutes Receiving-Duo wie lange nicht mehr, dazu macht Fr. TE Jake Ferguson einen hervorragenden Eindruck (übrigens der Enkel von Badgers HC-Legende und heutigem AD Barry Alvarez). Daraus macht er einfach zu wenig. In diesem Spiel wirds sowieso besonders schwer: Die Wolverines Pass-Defense lässt so gut wie nichts zu (134 Yards/Game, eine kaum glaubhafte Statistik). CB Lavert Hill wird überhaupt nicht mehr getestet, S Josh Metellus spielt gegen Lauf und Pass auf einem sehr hohen Niveau. Er oder der variabel einsetzbare Khaleke Hudson werden sich um die TEs kümmern.

Wolverines Offense vs. Badgers Defense:

Über die Offense der Wolverines und ihre partielle Identitätslosigkeit habe ich in den ersten Wochen dieser Saison viel gelästert. Mittlerweile scheint sich zumindest QB Shea Patterson ein wenig eingegroovt zu haben, jedenfalls sah das die letzten eineinhalb Spiele schon deutlich besser aus. Wer weiß, vielleicht brauchten die Wolverines nur ein wenig mehr Zeit? Auch WR Donovan Peoples-Jones wird seinen riesigen Vorschusslorbeeren mehr und mehr gerecht, zudem kristallisiert sich TE Zach Gentry als Passcatcher heraus, der nicht nur kurze Pässe sicher fängt. Die O-Line bleibt so ein bisschen das Sorgenkind und ist weiter anfällig gegen Stunts, Blitzes und eigentlich jede Art von kreativerer Pressure. Das Runblocking für RB Karan Higdon hat sich allerdings verbessert. Higdon ist trotz seiner kleinen Statur eine geeignete Bellcow in den letzten Spielen gewesen. Nun kehrt aber endlich der Backup (und ursprünglicher Co-Starter) Chris Evans von seiner Verletzung zurück, wenn fit sicherlich ein großer Gewinn gegen die Badgers. Dennoch wird in der Offense Michigans zunächst sehr viel über Higdon laufen.

Die Badgers Defense im klassischen 3-4 Look ist eine Ecke vom Niveau der vergangenen Jahre entfernt, das muss man mittlerweile doch so deutlich sagen. Zudem schlug das Verletzungspech zu, auch für dieses Spiel sind einige Schlüsselspieler noch fraglich. Mehr denn je besteht das Zentrum aus dem massigen und dafür ungewöhnlich athletischem NT Olive Sagapolu und den beiden ILBs Ryan Connelly und T.J. Edwards. Außen sollte OLB Andrew Van Ginkel für Pressure sorgen, ist wegen einer Fußverletzung aber noch fraglich. Unabhängig davon sollte sich Badgers DC Jim Leonhard überlegen, ob er nicht öfter Connelly oder Edwards (oder beide per Double A-Gap Blitz) Richtung QB Patterson schickt, da die Wolverines O-Line wie erwähnt mit solchen Moves größere Probleme hat.
Die Secondary ist sehr unerfahren, was sich selbst vergangene Woche beim ungefährdeten Sieg über Nebraska zeigte. Undersized Sr. SS D’Cota Dixon ist der Leader der Truppe (ich bleibe bei meiner Bezeichnung „Energizer Bunny“, es macht einfach Spaß ihm zuzusehen), ebenfalls momentan etwas angeschlagen, sollte allerdings spielen können. Der Rest ist jung und teilweise ebenfalls verletzt. Im Backfield gehen die Badgers etwas auf dem Zahnfleisch – aber ist Michigan wirklich das richtige Team, um das auszunutzen? Irgendeiner der jungen CBs sollte sich gut um Peoples-Jones kümmern…

Key Matchups:

Badgers RB Jonathan Taylor vs. Wolverines LB Devin Bush

Badgers RT David Edwards vs. Wolverines DE Rashan Gary (wenn fit)

Badgers WR AJ Taylor vs. Wolverines CB Lavert Hill

Wolverines RB Karan Higdon vs. Badgers ILBs Ryan Connelly & T.J. Edwards

Wolverines TE Zach Gentry vs. Badgers S D‘Cota Dixon

Wolverines C Cesar Ruiz vs. Badgers NT Olive Sagapolu

Fazit: Vor zweidrei Wochen hätte ich auf jeden Fall auf die Badgers getippt, nun bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich erwarte weiterhin ein enges und recht defensivlastiges Spiel, wobei es mich nicht komplett wundern würde, wenn wir ein paar Punkte mehr als erwartet erleben. Kriegt Michigan Jonathan Taylor zumindest ansatzweise unter Kontrolle, sehe ich ihre Offense gegen die aktuelle Badgers Defense in der Lage, das Spiel zu entscheiden.

 

Tipps für 18 Uhr?

Für mich gibts im frühen Slot die Qual der Wahl, da meine beiden Teams zeitgleich spielen. Da ich sicherlich niemanden zu Buffalo vs. Akron überreden kann und auch Northwestern vs. Nebraska angesichts der Tabellensituation eher wenig Attraktivität bietet, würde ich neutralen Zuschauern oder Zuschauerinnen wohl zu einem der folgenden Spiele raten:

Minnesota Golden Gophers (3-2) @ #3 Ohio State Buckeyes (6-0)

Ich gehe nicht davon aus, dass die Gophers dieses Spiel lange spannend halten können. Dies liegt vor allem an ihrer Offense, die auf den Skillpositionen außer dem hervorragenden WR Tyler Johnson wenig zu bieten haben. Die Defense gefällt mir dagegen ganz gut, selbst nach dem Ausfall ihres besten Spielers, S Antoine Winfield Jr. Gerade die Passverteidigung überzeugt mit dem multifunktional einsetzbaren DB Antonio Shenault, S Jacob Huff und true Fr. CB Terell Smith. Auch in den anderen Units gibts mit LB Thomas Barber und DE Carter Coughlin Spieler mit Big Play-Potenzial. Die Buckeyes Offense feuert mit QB Dwayne Haskins momentan aus allen Rohren, insbesondere dieses megatiefe WR Corps konnte von keinem Team als Ganzes unter Kontrolle gehalten werden. Vielleicht schaffens ja die Gophers, selbst wenns nur für ne gewisse Zeit ist?

 

#14 Florida Gators (5-1) @ Vanderbilt Commodores (3-3)

Hier hätte ich ohne Bulls und Huskers wohl zuerst reingeschaut, und zwar einfach nur, um diese Defense nochmal zu sehen, die mich letzte Woche gegen LSU so unfassbar begeistert hat. DE Jachai Polite muss sich hinter keinem der großen Namen verstecken, wenn es um die Frage des aktuell besten Passrushers geht: Explosivität und Burst gepaart mit Physis (und Hustle!), das war eine Extraklasse-Vorstellung. Und dann hat man zwei weitere Top-DEs mit Jabari Zuniga und CeCe Jefferson. Drei eines solchen Kalibers sind beinahe unfair. Dazu der hervorragende Runstopper ILB David Reese sowie insbesondere STAR (Mischung aus Nickel, S und LB) Chauncey Gardner-Johnson, der nicht nur eine exzellente Saison spielt, sondern das Hirn dieser Defense ist: Letzte Woche änderte er mehrfach Aufstellung und Coverage kurz vor dem Snap, da er das Play erahnte. LB Vosean Joseph, zuvor als kleine Schwachstelle geltend, machte im Pursuit und als Blitzer ein Riesenspiel. Und dann ist da noch CB C.J. Henderson, den ich mir demnächst nochmal genauer anschauen muss: hervorragender Athlet mit sehr enger Coverage. Sah extrem verlockend aus. Ihr seht, ich gerate schon wieder ins Schwärmen. Auf der anderen Seite steht mit QB Kyle Shurmur (Sohn des NY Giants HC Pat Shurmur) und WR Kalija Lipscomb ein vernünftiges Passing Duo.

 

Kurzpreviews:

Michigan State Spartans (3-2) @ #8 Penn State Nittany Lions (4-1)
(21:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Schönes Big Ten-Duell, das aufgrund der beiden Topspiele zur gleichen Zeit ein wenig untergehen wird. Im Conference-Preview hatte ich noch erwartet, dass Michigan State eine bessere Rolle in der East Division spielt als Penn State. Die Saison der Spartans verlief in Anbetracht von Erwartungen und Talent bislang doch relativ enttäuschend. Und so ist Penn State in diesem Spiel klarer Favorit, was nicht nur mit dem Heimvorteil zu tun hat. Die Spartans haben eine hervorragende Run Defense (mit ihren beiden DTs und MLB Joe Bachie) und eine sehr löchrige Secondary, von daher bin ich gespannt, ob die Lions ihre Offense weiter auf Zone Read Runs von QB Trace McSorley und RB Miles Sanders aufbauen oder ob sie am Samstag in den ersten Drives mehr auf den Pass setzen. WR Juwan Johnson könnte einen richtig guten Tag haben. Auf der anderen Seite stagniert die Spartans-Offense, was nicht nur mit der Verletzung ihres RB LJ Scott zusammenhängt (der nun angeblich zurückkehren soll). QB Brian Lewerke hat sich nicht wie gehofft weiterentwickelt und ist on/off. Erwarte ein spannendes Matchup zwischen dem großen WR Felton Davis mit Tendenz zum Highlight Catch und CB Amani Oruwariye, der langsam die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.

 

#6 West Virginia Mountaineers (5-0) @ Iowa State Cyclones (2-3)
(01:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Vom Talentlevel her sollte das kein Problem für die Mountaineers sein. Eigentlich. Gegen ein Team von HC Matt Campbell zählt das allerdings oft nicht so viel. Letzte Woche besiegten die Cyclones auswärts das gerankte Oklahoma State – und das ohne ihren Star-RB David Montgomery und mit ihrem true Fr. QB Brock Purdy. Ursprünglich war der nur 3rd stringer, überzeugte aber in seinem allerersten College-Spiel als dual-threat (4 Pass TDs, 1 Rush TD). Sollte er an diese Leistung anknüpfen, muss West Virginia deutlich mehr aufbieten als beim wenig überzeugenden Sieg gegen Kansas. QB Will Grier fiel in seine alte Rolle zurück und ging viel zu unvorsichtig mit dem Ball um (3 INTs, 1 Fumble). In diesem Duell gibts zudem zwei hervorragende Receiver zu bestaunen: WVUs David Sills und Iowa States Hakeem Butler, der trotz seines unglaublichen Auftritts gegen die Sooners immer noch ein wenig unter dem Radar fliegt. Unbedingte Empfehlung!

 

Nachteulenalarm: #19 Colorado Buffaloes (5-0) @ USC Trojans (3-2)
(04:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit)

Wachablösung in der Pac-12 South? USC kämpft gegen das ungeschlagene Colorado schon ums Überleben – und um den Job von HC Clay Helton. Spannend wird vor allem sein, wie die Trojans in der Defense Colorados kommenden Superstar-WR (sowie Slot/H-Back/Wildcat-QB) Laviska Shenault verteidigen wollen (Shenault bisher: 6 Receiving TDs, 4 Rush TDs). Stellen sie regulär ihren besten CB Iman Marshall dafür ab? Decken sie tief mit ihrem guten Centerfielder S Marvel Tell? Egal, welche Verteidigungsstrategien bisher angestellt wurden, Shenault wurde dennoch massig von QB Steve Montez bedient, der keinerlei Probleme hat, Bälle in enge Deckung zu feuern. Zudem haben die Buffaloes mit Virginia Tech-Transfer RB Travon McMillian ein mehr als brauchbares Laufspiel (er knackte in vier der fünf Spiele die 100 Yard-Marke). Auf der anderen Seite des Balles wird es darauf ankommen, den jungen QB JT Daniels durch Laufspiel soweit wie möglich zu entlasten. Wäre wichtig, dass der angeschlagene RB Stephen Carr gesund ist, ansonsten wird viel auf Ced Ware ankommen. Auch in der Line gibt es Verletzungssorgen. Colorados 3-4 Defense birgt vielleicht keine großen Namen, aber eine Reihe guter Spieler (u.a. 5tech Mustafa Johnson, OLB Drew Lewis), die allerdings ihre Stärken vor allem in Passrush bzw. Pass Defense haben.

 

Bulls Watch:

Nach einem letztlich souveränen 34-24 Sieg bei CMU stehen die Bulls nun 5-1 – und noch wichtiger: 2-0 in der MAC. Der nächste Gegner Akron Zips (2-2, 0-1 MAC) ist in einer ähnlichen Qualitätsstufe einzuordnen wie CMU. Das Team von HC Terry Bowden leidet unter einer mäßigen Offensive, insbesondere kann man den Lauf nicht etablieren. Gute Nachrichten für die Bulls Defense, die gerade in diesem Department so ihre Schwächen hat. Die Defense der Zips ist dagegen für MAC-Verhältnisse mehr als okay, hier dreht sich alles um den vielseitigen undersized LB Ulysees Gilbert. CB Alvin Davis, statistisch mit 4 Interceptions, 149 Yards und 2 TDs der beste im gesamten Land, fehlt in der ersten Hälfte wegen einer teaminternen Suspendierung. So oder so, für mich sind die Bulls hier erneut der klare Favorit. Die zu Saisonbeginn größte Schwäche der Offense, das Laufspiel, entwickelt sich gerade zu einer zweiten Stärke, die QB Tyree Jackson und das Passspiel entlastet. Dass die O-Line nicht das Problem war, konnte man bereits erahnen – und in den letzten Wochen gab es dann die Bestätigung in Form der beiden Fr. RBs Kevin Marks und Jaret Patterson. Das Meisterstück dann am Wochenende: Beiden liefen locker über 100 Yards (Marks 167 und 1 TD, Patterson 121 und 1 TD) und haben den vorherigen Starter Emmanuel Reed endgültig verdrängt. Man könnte Marks eher als Slasher und Patterson eher als kräftigeren Runner mit sehr guter Balance bezeichnen, aber das wird beiden nicht vollumfänglich gerecht. Momentan sehe ich wenig bessere Freshman-Duos auf RB, die regelmäßig spielen – doch wie gesagt, das hängt auch an der großartigen Line. Das Laufspiel ist deswegen umso wichtiger, weil WR Anthony Johnson immer noch verletzt ist und ohne ihn QB Jackson doch wesentlich größere Probleme hatte, ein konstantes Passspiel aufzuziehen. Aber Vorsicht: Die Zips haben eine gute Laufverteidigung.

 

 

 

4 Gedanken zu „Vorschau Woche 7: Was tun um 21:30 Uhr?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s