NFL Draft 2021, Tag 1: Gedanken & Einschätzungen

Moin,

nach dreieinhalb Stunden Schlaf ging dann leider doch nichts mehr. Am Draftwochenende ist die Aufregung meist so groß, dass ich erstens trotz des wenigen Schlafs der Tage davor schwer zur Ruhe komme und wenn, dann auch noch von Draft-Momenten träume (war heute wirklich wieder so). Ihr seht, dieses Event hat mich den ganzen April über fest im Griff und macht nun natürlich erst recht keine Ausnahme.

Ich versuche mich dennoch mal an einer kleinen persönlichen Zusammenfassung des ersten Tages. Falls ich hier oder da Quatsch schreiben sollte, entschuldigt es bitte und schiebt es auf den Schlafmangel. Wie gewohnt werde ich keine zu harsche Bewertung vornehmen, und zwar aus zweierlei Gründen: Erstens ist es eben nur die erste Runde. Die Draft hat nun mal noch weitere sechs Runden, in denen sich viel verändern kann. Zweitens halte ich es für wenig ergiebig, die Picks einfach stumpf nach meinen Grades zu sortieren: „Prospect hoch auf meinem Board: Guter Pick; Prospect niedrig auf meinem Board: Schlechter Pick“ bringt weder mich noch euch sonderlich weiter. Ich versuche immer zuerst nachzuvollziehen, was sich die Teams und ihre Verantwortlichen dabei gedacht haben.

Die Bombe vorab

Ein Recap des ersten Drafttages wäre allerdings unvollständig ohne das, was wenige Stunden vorher passierte. Aaron Rodgers scheint die letztjährige Draft von seinem Nachfolger Jordan Love doch noch nicht verwunden zu haben

Ich möchte diese Geschichte jetzt nicht in allen Einzelheiten aufdröseln, da wir hier eh auf Basis vieler Gerüchte und wenig belastbarer Informationen diskutieren. Wie so oft haben beide Seiten ihren Rucksack daran zu tragen. Rodgers ist ein spezieller Typ mit einem sehr eigenwilligen Kopf, der nach seiner sensationellen Vorsaison natürlich mit starker Leverage in diesen Fight mit den Packers geht. Angeblich hat er seinen Wechselwunsch bereits kurz nach der Saison hinterlegt. Wie so oft ist der Vertrag – beziehungsweise dessen Verlängerung zu aktualisierten Bezügen – ein guter Anlass, das mittelfristige Commitment des Teams ein wenig zu überprüfen. Dies würde natürlich bedeuten, dass Love wohl seinen gesamten Rookie-Vertrag auf der Bank verbringen würde. Ob eine solche Aktion für Rodgers nach der herausragenden letzten Saison und dem wirklich knappen Scheitern im Championship Game Sinn macht, steht auf einem anderen Blatt. Auf der anderen Seite scheinen die Packers auf den entscheidenden Positionen nicht mit einer Stimme zu sprechen und offenbaren eine gewisse Dysfunktionalität, die sich in der Regel früher oder später auf das Team und seine Leistungen auswirkt.

Zwei Dinge sind wahrscheinlich: 1) Dass die Information über Rodgers Unzufriedenheit am Drafttag geleakt wurde, ist nur schwer als Zufall zu deklarieren. Zu nah liegt die Vermutung, dass hier ein beleidigter Superstar seinem Team dieselbe Medizin zukommen lässt, die er vor exakt einem (Football-)Jahr schlucken musste. 2) Dieses Problem wird nicht so schnell aus der Welt zu schaffen sein. Im Grunde genommen gibt es zwei Möglichkeiten: Rodgers wird getradet oder Love wird getradet und die Packers beziehen Rodgers stärker in Entscheidungsprozesse ein, die den Kader betreffen. Was aktuell wahrscheinlicher ist, kann man sich sicherlich denken.

Zumindest am Drafttag passierte dann aber nichts mehr. Kurz aufflammende Gerüchte über einen Trade von Rodgers zu den Broncos materialisierten sich nicht. Doch machen wir uns nichts vor: Diese Situation wird sich nicht so schnell beruhigen lassen – nicht einmal so wie der Disput zwischen Russell Wilson und den Seahawks.

Nun aber zum Wesentlichen.

Draft: Generelle Trends

  • Back to normal: Nach der 2020er Draft mit den vielen, durchaus sympathischen privaten Einblicken versuchte sich die NFL wieder am üblichen Procedere. Das klappte im Großen und Ganzen gut, wenngleich man sich natürlich herzlich über die Sinnhaftigkeit streiten kann. Der Sessel von Commissioner Roger Goodell hatte immerhin einen Ehrenplatz, wobei sich diese Aktion gefühlt im Laufe der ersten Runde totlief (oder -saß).
  • Offense doch nur knapp vor Defense: Die Pre-Draft-Diskussionen standen ganz im Zeichen der Quarterbacks und der offensiven Skill Player. Und tatsächlich gingen die ersten sieben Picks allesamt an die Offense. Am Ende war das Verhältnis aber fast ausgewogen: 18 Picks Offense, 14 Picks Defense. Insbesondere der späte Run auf die Edge-Rusher verdient Erwähnung: Der erste ging erst an #18 (Jaelan Phillips zu Miami), am Ende fanden sich gleich 6 EDGE-Player und toppten damit alle anderen Positionen. Dahinter folgen Quarterbacks, Receiver und Cornerbacks mit jeweils fünf Picks. Die DT-Klasse wurde von den NFL-Teams noch schwächer eingeschätzt als von Medien und Hobbyscouts: Kein einziger Spieler ging in Runde 1.
  • Go Go Go Alabama: Die Crimson Tide erwiesen sich mal wieder als die Talentschmiede für die NFL. Gleich sechs der ersten 24 Picks (!) stammen aus Nick Sabans Schule. Kein Wunder bei der Dominanz über die vielen vergangenen Jahre.
  • SEC! SEC! SEC! Alabama ist zwar der krasseste Player, aber dieser Trend lässt sich durchaus auf die gesamte SEC übertragen. 12 der 32 Picks stammen aus der dominanten Conference im Südosten der USA. Damit wurde jedoch die Marke des letzten Jahres (15 aus 32) deutlich unterboten. Bahnt sich hier etwa eine Schwächephase an?
    In anderen Power 5-Conferences sah es dagegen deutlich trüber aus:
  • Trade-Unwilligkeit: Zum zweiten Jahr in Folge war die Bereitschaft zu Trades am Draft Day weniger stark ausgeprägt. Der kleine Hüpfer der Eagles von #12 auf #10 für WR DeVonta Smith, der Blockbuster-Trade der Bears von #20 auf #11 für QB Justin Fields und der auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich anmutende Trade der Jets von #23 auf #14 für OG Alijah Vera-Tucker – das wars. Das mag auch an einer recht engen Klasse ab ca. Pick #15 liegen. Womöglich haben die meisten Teams viele Prospects ähnlich hoch gerankt und sind daher weniger bereit, für einen speziellen Spieler mehr zu investieren.
  • Überschätzte Tackle-Klasse? Nein, das soll kein hot take sein, immerhin sind insgesamt vier O-Liner in der ersten Runde gegangen. Dennoch gingen fast alle – von dem üblichen Raiders-Überraschungspick Alex Leatherwood einmal abgesehen – fast alle etwas später als erwartet: Penei Sewell an #7, Rashawn Slater an #12, Christian Darrisaw an #24 – und Kandidaten wie Teven Jenkins oder Sam Cosmi fielen ganz aus der ersten Runde. Ich vermute aber, dass früh an Tag 2 ein kleiner Tackle-Run einsetzen wird.
  • Gewohnte QB/WR-Kombinationen: Ich wurde im letzten Mailbag gefragt, ob ich glaube, dass Teams bei mehreren gleichgerankten Spielern womöglich denjenigen favorisieren, auf dessen Position schon ein Teamkollege aus dem College gepickt wurde. Ich glaubte das nicht wirklich – mit einer Ausnahme, nämlich dem Zusammenspiel von Quarterback und Receiver. Und genauso kam es nun, und zwar gleich dreifach: Joe Burrow bekommt Ja’Marr Chase, Tua Tagovailoa bekommt Jaylen Waddle, und – etwas untergegangen – Jalen Hurts bekommt DeVonta Smith. Mal schauen, ob sich die Vertrautheit alsbald bemerkbar macht.
  • Konservatismus bleibt (leider) modern: Ich versuche ja wirklich von meinem Board zu abstrahieren, doch dass LB Jeremiah Owusu-Koramoah aus der ersten Runde fällt, kann ich mir einfach nicht anders erklären. Er hat eben keine feste NFL-Position und ich diskutierte bei Down, Set, Talk mit Adrian darüber, dass viele Defensive Coordinators eine gewisse Unwilligkeit zeigen, solche defensiven Matchup-Waffen einzubinden, und lieber in ihrem strikten Korsett verharren. JOK bringt so unglaublich viel mit, wenn man sich darauf einlassen würde. Aber klar, in einer von vorneherein fixen Position (egal ob OLB, SS oder Slot-DB) wäre er für mich wohl auch kein 1st rounder.

Kurzanalysen Top 10-Picks

Keine Überraschungen: Die ersten beiden Picks waren ja schon vorher zu gut wie eingeloggt: QB Trevor Lawrence zu den Jaguars, QB Zach Wilson zu den Jets. Es wird spannend zu sehen sein, was HC Urban Meyer mit Lawrence genau vorhat. Lawrence ist der eine unique QB-Prospect, der in jeder Offense funktionieren sollte. Genau das – in Kombination mit der Tatsache, dass Meyer noch nie auf NFL-Level gecoacht hat – macht es umso spannender und unwägbarer. Erstes Jaguars-Spiel ist für mich absolute Pflicht.

Auch Wilsons Weg vom religiösen Hinterwäldler-Staat Utah in den Big Apple wird zu verfolgen sein. An den medialen Druck muss er sich sicherlich erst gewöhnen. OC Mike LaFleur ist ein Neuling auf dieser Position, bringt aber natürlich das Shanahan’sche Offensiy-System mit. A propos…

Lance it is: Also doch! QB Trey Lance ist der Pick der 49ers – und nicht Mac Jones. Ich hatte vor einigen Wochen schon einmal ausgeführt, dass Lance für mich der passendste Prospect für die Wide Zone / Play Action-Offense von Shanahan ist. Mit seinem unglaublichen Arm und seiner Big Play-Ability als Runner (die meiner Ansicht nach über allen anderen Quarterbacks der Klasse liegt) bietet er ein pervers hohes Ceiling, gerade für diese Offense. Die spannende Frage wird nun sein: Was passiert mit Jimmy G.? Lance ist von den Top 4-Quarterbacks mit Abstand das größte Projekt – nicht nur aufgrund seiner geringen Erfahrung als nur einjähriger Starter und aufgrund des Level of Competiton in der FCS. Seine Probleme mit der Genauigkeit (übrigens auf allen Ebenen des Feldes) sind sicherlich korrigierbar, aber wie schnell? Könnte dieser Pick bedeuten, dass Lance im Laufe der Saison langsam in die Offense reingrooven kann? Hängt sicherlich auch von den Angeboten ab, die John Lynch für Garoppolo erhält.
Und natürlich verkündeten die 49ers-Verantwortlichen stolz, dass Lance von Beginn an – also seit dem Monster-Uptrade – der alleinige Plan gewesen sei und alle Indizien pro Mac Jones lediglich Smokescreens waren. Was sollen sie auch sonst sagen…

Pitts and Catch: Atlanta entschied sich gegen einen Quarterback wie Justin Fields, der – aus Georgia stammend – in vielerlei Hinsicht ein passender Pick gewesen wäre. Stattdessen wählte man das Hier und Jetzt und nahm mit TE Kyle Pitts den meiner Meinung nach besten Spieler – oder zumindest besten Non-Quarterback – der Draft. Angebote zum Downtrade waren wohl rar gesät. Ich kann die Entscheidung der Falcons trotz der fehlenden langfristigen Perspektive durchaus nachvollziehen. Pitts ist ein Mismatch-Problem und wird aus allen Positionen (in-line. Slot, outside WR) für extreme Unruhe sorgen können. Sollten die Falcons Julio Jones nicht traden, reden wir hier instantan von einer der besten Receiving-Gruppen der NFL. Matt Ryan wird Zahlen auflegen.

Reunited I: Cincinnati hatte die vorab schon vermutete Auswahl zwischen WR Ja’Marr Chase und OT Penei Sewell – und entschied sich für ersteren. Ich wäre allerdings vorsichtig, aus einer einzelnen Entscheidung einen generellen Trend in der Frage WR oder OT abzuleiten (hätte ich auch beim Sewell-Pick nicht getan). Burrow zu Chase war einfach zu verlockend. Ich weiß nicht, ob die Bengals Waddle oder Smith over Sewell gezogen hätten. Nun hat man auf jeden Fall ein sehr junges und enorm physisches WR-Duo mit Chase und Tee Higgins – plus Tyler Boyd im Slot. Burrow dürfte sich freuen, wie gut die gewonnene contested Catch-Rate in den kommenden Jahren ausfallen wird. Chase erhielt übrigens meine Stimme für das beste Draft Outfit. Einfach perfekt.

Reunited II: Miami machte das gleiche Spielchen wie due Bengals und wählte Tuas alten Kollegen WR Jaylen Waddle. Waddle hat das größte Big Play-Potenzial und wohl auch das größte Upside aller Receiver, da seine Geschwindigkeit allein Defenses weit auseinanderziehen wird – think Tyreek Hill. Dabei ist er allerdings schon jetzt viel mehr als ein reiner Weltklasse-Speedster, sondern versteht Routes und kann sich mit Jumps und Konzentration durchaus mal einen umkämpften Ball downfield sichern. Wird spannend zu sehen sein, inwieweit die Fins dieses Element mit Tuas nicht ganz idealer Armstärke ausnutzen können.

Suh? Well…: Jaja, maues Wortspiel, ich weiß. Diesbezüglich aber irgendwie passend, dass sich die Lions Suh und eben nun OT Penei Sewell gedraftet haben. Wir können lange darüber streiten, ob QB Justin Fields hier nicht die bessere Entscheidung gewesen wäre. Nur habe ich in all den Jahren selten einen so guten OT-Prospect wie Sewell erlebt. Und er ist immer noch erst 20 Jahre alt. Wenn wir ehrlich sind, passt dieser Pick einfach auch besser zu Dan Campbells Kneecap-Culture. Nein, ich will mich darüber jetzt gar nicht so groß lustig machen, dafür ist mir der Prospect viel zu wertvoll. Sewell kann Gegenspielern ihre Seele nehmen – und genau darauf steht der neue Coach halt.

Defense rhules: Wer dachte, dass Carolina nach einer kompletten Defense-Draft 2020 nun auf die offensive Seite umschwenkt, sah sich getäuscht. CB Jaycee Horn war hier sicherlich eine kleine Überraschung. Ultraggressiver Corner mit herausragenden athletischen Anlagen, der in der NFL lernen muss, Gegenspieler nicht zu hart zu bearbeiten. Sein Tape macht sehr viel Spaß, dieses Fragezeichen bleibt allerdings. Die Panthers haben einen klaren Bedarf auf Corner, insofern ergibt der Pick schon Sinn. Für mich ist das dennoch ein wenig zu hoch gewesen, doch es verdichteten sich in den vergangenen Tagen die Anzeichen, dass doch mehr NFL-Teams als gedacht Horn als CB1 haben. Allerdings wurde hier die große Chance auf QB Justin Fields liegengelassen, der nun womöglich wegen des Darnold-Trades auf der Prioritätenliste ein wenig nach hinten gerückt war. Im Nachhinein weiß mans halt meist besser. Wäre natürlich dennoch eine ziemlich spannende Option gewesen.

Fields: Certain? Sicherlich einer der größten Überraschungspicks der Runde. Justin Fields fällt zu den Broncos, die somit nicht einmal einen Uptrade anstrengen müssen. Ein insgesamt sehr gut und rund besetzter Kader, dem vor allem ein gescheiter Quarterback fehlt. Diese Chance lassen sich die Broncos doch nicht entgehen, oder? Doch. Zu aller Überraschung picken sie mit CB Patrick Surtain den vielleicht besten Defensiv-Spieler dieser Draft. Ich liebe Surtain und halte ihn für einen der technisch weitesten Cornerbacks der vergangenen Klassen. Er bietet dir einen extrem hohen Floor und sollte sofort starten können. Offenbar wollte man diverse Downtrade-Angebote ebenfalls nicht wahrnehmen, sondern unbedingt Surtain. Dennoch: Gut möglich, dass die Broncos dieser Chance noch lange hinterhertrauern werden. Mit Drew Lock und Teddy Bridgewater sehe ich da ehrlich gesagt leider schwarz. Oder gibt es etwa doch schon eine Absprache mit den Packers?

Reunited III: Einer der ungewöhnlicheren Trades bescherte Philadelphia WR DeVonta Smith, der fortan Bälle von Jalen Hurts fangen wird, der ihm 2017 seine ersten Pässe auf College-Ebene zuwarf. Die Eagles tradeten mit Divisionsrivale Cowboys für zwei Plätze nach oben, um einen anderen Divisionsrivalen mit den Giants zu überspringen. Den Cowboys dürfte dieses Angebot ziemlich gelegen gekommen sein, da sie als Team galten, dass seine Finger stark nach CB Surtain ausgestreckt hatte. Da auch Jaycee Horn von Board war, nahm man sich einen 3rd rounder mit. Well played. Für die Eagles könnte diese Entscheidung ebenfalls die richtige gewesen sein: Schließlich tradeten die Giants im nächsten Pick 9 Spots runter – und pickten dort einen Receiver.

Sportlich teile ich die Bedenken bezüglich DeVontas Gewicht nicht, obwohl ich das generelle Problem schon sehe. Glaube, dass die Eagles hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen haben, da sich mit Smith und seinen ultradynamischen Routes der letztjährige 1st rounder Jalen Reagor nun vielleicht besser in Szene setzen kann.

Die Cowboys sammelten den einen 3rd rounder der Eagles ein (war der aus dem Wentz-Trade) und verstärkten sich mit LB Micah Parsons. Auf dem Feld ein tone-setter, der dir jede Front Seven und insbesondere die Yards um die Line of Scrimmage instantan besser machen wird. Der absolute physische Enforcer! Ich halte ihn für besser als gedacht in Zone Coverage, zumindest hat er eine Basis, an die sich anknüpfen lässt. Kriegt man seinen Kopf gerade, wartet hier ein Difference Maker. Wäre vor 15-20 Jahren wohl noch ein heißer Kandidat auf einen Top 3-Pick gewesen.

Kommentare zu weiteren Picks

Fields of Dreams: Chicagos GM Ryan Pace hat in den letzten Jahren viel – durchaus berechtigte – Kritik abbekommen, auch für seine häufigen, teils schwer nachzuvollziehenden Uptrades. Hier jedoch nahm er das Heft des Handelns einmal richtig in die Hand und holte sich endlich den Quarterback, der diesem Team die letzten Jahre so schmerzlich fehlte. Mit QB Justin Fields bricht eine neue Ära in Chicago an. Ich bin extrem gespannt, was HC Matt Nagy aus ihm herausholen kann. Die Bears geben für ihren Sprung von #20 auf #11 zusätzlich ihren 5th round Pick dieses Jahr sowie ihren 1st und 4th round pick des kommenden Jahres ab. Große Investition, aber eben für einen der absoluten Top-Quarterbacks.

Get it, man: Auf der anderen Seite war dieser Trade in gleich mehrfacher Hinsicht ein herausragender Move der Giants. Zunächst mal: GM Dave Gettleman ist über seinen Schatten gesprungen und hat tatsächlich einem Downtrade zugestimmt. An #20 pickten die Giants mit WR Kadarius Toney eine spektakuläre Slot/Gadget-Waffe, der mit dem Ball in der Hand ultragefährlich ist. Wenn es gelingt, ihn regelmäßig underneath freizuschemen, könnte er bereits als Rookie für Furore sorgen. Dieser Pick bedeutet aber auch, dass QB Daniel Jones keine Ausreden mehr hat: Kenny Golladay als big contested Catch-Target, Darius Slayton als Field Stretcher und innen die beiden sehr unterschiedlichen Typen Sterling Shepard und Kadarius Toney. Sollte es nicht klappen, haben die Giants mit dem zusätzlichen 1st round Pick des kommenden Jahres genug Munition, die Quarterback-Position aggressiv anzugehen. Klingt alles sehr logisch.

High-floor O-Line Picks: Die Los Angeles Chargers sicherten sich an #13 mit OT Rashawn Slater dringend benötigte Verstärkung für die O-Line. Motto: Protect Herbert. Ich glaube, dass Slater mit seiner unfassbaren Athletik und (Foot) Quickness die längenmäßigen Nachteile ausgleichen und außen auf Tackle überleben kann, aber selbst wenn nicht, hat man als Notfalloptionen einen absolut fantastischen Guard. Schön, dass Slater bis hierhin durchgerutscht ist.

Viele hatten mit einem O-Line-Pick der Vikings an #14 gerechnet, doch es kam alles ganz anders. Zunächst bemühten sich die Vikings wohl vergeblich um einen Uptrade. Dann klingelten die Jets an, um von #23 auf #14 zu springen. Der Preis war verglichen mit anderen Trades nicht exorbitant hoch (#23 plus zwei 3rd rounder gegen #14 und einen 4th rounder). Hierbei ist jedoch immer das Draft Board zu berücksichtigen. Wenn die Vikings einige Spieler ähnlich gerankt hatten, macht solch ein Downtrade mehr Sinn. Zumindest besser, als stumpf auf seinem Spot sitzenzubleiben. Und noch besser: Es fiel tatsächlich OT Christian Darrisaw bis an #23, mit dem die allermeisten schon früher gerechnet hätten. Darrisaw ist nicht der athletische Freak wie einige andere dieser Tackle-Klasse, die auf den ersten Blick vielleicht noch besser ins Scheme der Vikes gepasst hätten. Dafür bringt er aber – trotz seiner teils laxen Körpersprache – eine gehörige Portion Nastiness mit und sollte gerade im Run Block für Dalvin Cook und Co. schnell glänzen können. Well played, liebe Vikings!

Die Jets wählten an #14 den Top-OG dieser Klasse mit Alijah Vera-Tucker. Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal gesagt: Normalerweise bin ich aufgrund des Positional Values immer der Ansicht, OT/OG-Hybride zunächst auf OT zu stellen. Falls das nicht klappt, kann man sie immer noch nach innen rücken lassen. AVT hat jedoch als OG sowohl einen extrem hohen Floor als auch ein hohes Upside, dass er meine eine Ausnahme wäre. Protection für den neuen QB ist wichtig, ob innen oder außen. Mekhi Becton und AVT auf einer Seite klingt nach Spaß.

Big Mac: Eines der am wenigsten gut gehüteten Geheimnisse war das Interesse der Patriots an QB Mac Jones – wenngleich man sich bei Bill Belichick nie sicher sein kann. Die Pats blieben diszipliniert auf ihrem Spot sitzen, riskierten keinen Uptrade für entweder Fields oder Jones und sammelten den Alabama-Quarterback an #15 ein. Nun hat man mit Jones und Cam Newton zwei Quarterbacks im Roster, die unterschiedlicher kaum sein könnten (Statur, Mobilität, Armstärke etc.). Ich bin gespannt, wie Belichick das handlen wird. Unmöglich ist es nicht, dass sich Jones in New Englands altem Offensiv-System durchaus als spannender Quarterback erweist. Und außerdem:

Fragezeichen und Überraschungen

Positionslose Linebacker? Es liegt mir fern, Picks über Gebühr zu kritisieren. Doch so ganz habe ich die Vorgehensweise der Cardinals nicht verstanden. Zum wiederholten Male holen sie sich einen variablen und ungewöhnlichen Linebacker-Typen, der keine ganz klare Positionszugehörigkeit hat: 2017 Haason Reddick, letzte Saison Isaiah Simmons und nun LB Zaven Collins. Schon bei den ersten beiden gab es Probleme, wo sie denn ihre Stärken zur Entfaltung bringen können. Nun entschied sich GM Steve Keim für das nächste Experiment. Collins ist ein ungewöhnlicher Spielertyp mit seinen fast 270 Pounds, der dafür starken Athletik und seinen exzellenten Coverage-Skills. Nur war es das wirklich wert? Angeblich gab es sogar Möglichkeiten zum Downtrade, doch ließen die Cardinals diese Chance verstreichen. Angeblich sehen sie ihn primär als Middle/Inside Linebacker. Ich bin sehr gespannt. Kann nachvollziehen, dass man sich zu sehr in einen Prospect verliebt, aber manchmal sollten die Emotionen kurz in Bahnen gelenkt werden.

Chucky Special: Same old, same old. Raiders HC Jon Gruden und GM Mike Mayock vertrauen mal wieder ihrem Board mehr als dem Consensus und picken OT Alex Leatherwood, der nur sehr selten über anderen Tackle-Prospects wie Darrisaw oder Teven Jenkins gerankt war. Ich hatte Leatherwood zwar höher als viele andere (early 2nd round), dennoch ist dieser Pick für mich das größte WTF der ersten Runde. Der modus operandi der Raiders ist mittlerweile vollkommen klar: Big School, viel Erfahrung, überbordende Physis. Daran wird sich so schnell nichts mehr ändern. Bisher waren die Raiders aber eben nicht schlauer als der Rest.

Jammin‘: Riverboat Ron und sein Football Team gehen wie von vielen erwartet an #19 auf Linebacker, jedoch nicht auf den oftmals hierhin gemockten Owusu-Koramoah, sondern auf Jamin Davis. In den vergangenen Tagen wurde häufiger berichtet, dass er in die erste Runde rutschen könne. Für einige sicherlich ein Reach, für mich vertretbarer als der Collins-Pick. Davis ist etwas schmal und hat zu wenig Kraft in den Beinen, ist aber ein Top-Athlet, der in der Box dank Quickness und ziemlich guter Balance effektiver ist, als viele vermuten. Zudem mit riesigem Upside in Coverage mit seinem flüssigem Movement und richtig guter Range in alle Richtungen.

Medizinische Fragezeichen I: Miami riskiert an #18 den Pick von DE Jaelan Phillips von der gleichnamigen Uni. Auf dem Feld für mich neben Surtain der beste Defense-Spieler dieser Draft. Kein Passrusher hat eine solche Vielfast an guten Moves und kann über innen und außen zum Erfolg kommen. Zugleich ist er ein starker Run Defender. Frage ist halt, wie es mit seinen Gehirnerschütterungen aussieht. Ist die nächste womöglich die letzte? Dennoch ein ganz starker Pick. Ich tue es ungern, aber ich gratuliere den Fins zu einer bisher exzellenten Draft (auch wenn ich Waddle etwas niedriger hatte als Chase und Smith). Ist natürlich einfacher mit mehreren hohen Picks, doch die muss man halt auch nutzen. Fragt mal bei Gruden nach. Top Value.

D-Line über O-Line: Eigentlich lief alles ziemlich ideal für die Colts, um sich an #21 nach dem Retirement von Anthony Castonzo einen dringend benötigten Ersatz auf Tackle zu holen – gerade nach den letztjährigen Erfahrungen von Carson Wentz. Darrisaw wäre hier wohl der erwartete Pick gewesen, doch GM Chris Ballard überraschte wieder und bediente einen weiteren Need mit DE Kwity Paye. Der bietet enormes Upside und passt ins Passrush-Profil der Colts, die gerne diese kräftigeren Tweener-Typen nehmen, die auch mal nach innen rücken können. Dennoch: In Anbetracht eines fehlenden 3rd round Picks muss man eigentlich in der 2nd round auf Tackle gehen. Ansonsten blüht eine Saison mit Sam Tevi als Blindside Protector von Wentz.

Medizinische Fragezeichen II: Tennessee macht es wie vor zwei Jahren, als man den verletzten Top-DT Jeffery Simmons Mitte der ersten Runde einsackte. Dieses Mal ist es Top-CB Caleb Farley, vielleicht der Defender mit der höchsten Upside, der wegen Rückenproblemen die Boards runtergefallen ist. High risk, high reward. Damit kennen sich die Titans aus. Wenn gesundheitlich alles passt, natürlich ein Bombenpick. Als ehemaliger Receiver mit exzellenten Ball Skills ausgestattet, die er dank seines unfassbaren Bursts (insbesondere augenscheinlich in Off-Coverage) besonders gut ausleben kann.

Back to the roots: Die Steelers besinnen sich auf ihre Erfolgsgeschichte prä-Big Ben und picken an #24 mit RB Najee Harris genau die Sorte physischen Runner, die die Steelers Offense über viele Jahre geprägt haben. Man kann gerne über das Value streiten und hier für einen der fallenden O-Liner plädieren (hätte hier Jenkins oder Dickerson bevorzugt), aus meiner Sicht gab es allerdings miesere Picks. Harris ist nicht nur abseits des Feldes ein Bombentyp, sondern jemand, der mit seiner Top Vision, seinem Footwork und seiner Power kreieren kann, selbst wenn das Blocking nicht so gut ist (was zugegebenermaßen bei Alabama selten vorkam). Zudem ein herausragender Receiver, nicht nur aus dem Backfield. Für mich, der mit Barry Foster, Bam Morris und Jerome Bettis aufgewachsen ist, allein von Statur und Physis eine schöne Reminiszenz. Ich wette, dass Harris nicht derjenige Spieler sein wird, der die unproduktivste oder schlechteste Karriere der ersten 24 Picks haben wird. Geht jemand dagegen? Und wie so oft: Sollten die Steelers in der zweiten Runde einen höher gerankten Liner ziehen, könnte man die Picks im Kopf ja einfach tauschen…

Reunited IV: Viel größere Bauchschmerzen macht mir da die nächste College-Wiedervereinigung, und zwar die der beiden Clemson-Backfieldkollegen Trevor Lawrence und RB Travis Etienne. Diesen Pick verstehe ich wirklich nicht – was natürlich auch damit zusammenhängen mag, dass ich Etienne doch eine ganze Ecke unter bspw. Harris eingeordnet habe. Bei allem unbestrittenen Talent war das Need der Jaguars eher mäßig groß. Allerdings finde ich den Aufschrei wegen Meyers Kommentar zum Pick doch ein wenig übertrieben.

Leute, seid nicht so naiv! Normalerweise wisst ihr solche Aussagen (etwa bei gepickten Quarterbacks, wo man mit dem etablierten Starter weiterhin planen will) doch ganz gut einzuordnen. In diesem Sinne ist auch Meyers Kommentar zu interpretieren. Das nimmt allerdings nichts vom Unverständnis über den Pick. Ich hoffe wenigstens auf ordentlich Zone Read-Running mit Lawrence und Etienne.

Die späte erste Runde

AFC North Value: Die Browns und Ravens saßen ungewohnt (Browns) bzw. gewohnt (Ravens) weit hinten und warteten, wer ihnen denn da so in den Schoß fiel. Und das war einiges Value: Die Browns verstärken erneut ihre – teils ja auch verletzungsgeplagte – Secondary an Pick #26 mit CB Greg Newsome, der in dieser Hinsicht selbst ein paar Fragezeichen mitbringt. Aufgrund seiner schematischen Vielseitigkeit ist er ansonsten der ideale Typ für die Browns-Defense, die sich gefühlt in den vergangenen Jahren nie so ganz entscheiden konnte, ob sie mit ihren primären Man-Cornern nun Man oder Zone spielen sollen. Bei Newsome fällt diese Differenzierung flach. Starker Pick.

Gleiches gilt für die Ravens, die sich mit ihrem ersten von zwei 1st roundern an #27 WR Rashod Bateman sicherten. Mehr Arsch auf Eimer geht nicht. Bateman bringt mit seinem prononcierten Route Running ein Element in die Offense, das Lamar Jackson dringend benötigt: ein Receiver, der sich (auch underneath) separieren kann und zugleich kein schlechter contested Catch-Receiver ist. Könnte mir vorstellen, dass Bateman in der NFL zwar außen spielt (wo er 2019 deutlich produktiver war als im Slot 2020), allerdings weniger vertikal eingesetzt wird als am College. Alles für Lamar.

Ich hätte mit dem zweiten Pick der Ravens an #31 einen O-Liner erwartet, doch ein so gut und tief aufgestelltes Team ist ideal dafür geeignet, auch mal ein wenig zu zocken: DE Jayson Oweh ist im Passrush noch extrem roh, mit seiner sensationellen Athletik und unterschätzten Power bringt er aber enorm vielversprechende Tools mit, sich zu einem kompletten DE zu entwickeln. A propos…

EDGE-Run: Der Pick von Oweh fand inmitten eines kleinen Runs auf die Edgerusher statt. Vier der letzten fünf Picks der ersten Runde gingen an Quarterback-Jäger. Besonders gefallen hat mir die Wahl der Saints mit DE Payton Turner. Der hatte in den letzten Wochen einen fulminanten Rise hingelegt. Ohne mich hier über Gebühr selbst zu loben, ist er ein ganz gutes Beispiel dafür, dass der exzessive College Football-Konsum gelegentliche Vorteile in der Draftevaluation bietet. Wurde recht früh auf Turner aufmerksam und hatte ihn schon länger als einen interessanten Sleeper beworben:

Die beiden meiner Ansicht nach besten Defender, DE Payton Turner und LB Grant Stuard, bereiten sich lieber schon auf die Draft vor. Turner war für mich defensiv eine der größeren Überraschungen der AAC und istein ziemlich interessanter Sleeper.

https://tripleoptionblog.wordpress.com/2020/12/24/schusselspiele-schlusselspieler-iv-christmas-edition/

Gewinner hier wahrscheinlich der eher unbekannte DE Payton Turner (Houston), den ich unter der Saison ein paar Mal als Geheimtipp angepriesen habe: 6’5 3/8, 270 Pounds und eine Tentakel-artige Armlänge von 35! Da werden einige noch einmal genauer hinschauen (zumal Turner keinen so schlechten Eindruck in den Drills gemacht hat.

https://tripleoptionblog.wordpress.com/2021/02/01/senior-bowl-2021-notizen/

Die Saints haben offensichtlich genauer hingeschaut. Könnte mit seiner Länge und dennoch überraschend guten outside Passrush Skills mittelfristig in Cameron Jordans Fußstapfen treten. Tipp an alle Saints-Fans: Schaut euch das oben erwähnte Spiel gegen Tulane an. Viel bessere Tape von Prospects egal welcher Position gabs dieses Jahr nicht.

Den Bills-Pick von DE Gregory Rousseau an #30 sehe ich etwas skeptischer, wenngleich ich den Gedankengang der Bills nachvollziehen kann. Rousseau bietet Länge, Power und eine gewisse Positionsflexibilität. Müsste seine Passrush Moves noch entwickeln, damit er auch über außen produzieren kann. Upside Pick, der noch etwas Zeit brauchen dürfte.

Tampa Bay entschied sich mit dem letzten Pick der ersten Runde ebenfalls für viel Potenzial mit EDGE Joe Tryon. Wurde in Washingtons seltsamer Front 5/6 nicht ideal eingesetzt (oft Innenseite des OTs), worunter sein Passrush merklich litt. Nicht der größte Bender, dafür netter Arm- und Handeinsatz, der noch ein wenig an seine Rush Plan feilen muss. Kein schlechter Run Defender, und hat vor allem auch etwas Erfahrung in Sachen Coverage Drops. Könnte perspektivisch die Rolle von JPP übernehmen.

Full Circle: Ich habe mit den Packers begonnen und ende mit den Packers. Die hatten an #29 eine immer noch beträchtliche Auswahl an unterschiedlichen Receivern (Elijah Moore, Rondale Moore, Terrace Marshall etc.), wählten jedoch lieber einen CB mit Eric Stokes. Der ist kein untalentierter Spieler und könnte durchaus benötigt werden, um Kevin King solche Auftritte wie im Championship Game zu ersparen. Stokes ist nicht der flüssigste oder ästhetischste Corner, aber mit Top-Speed und einiger (manchmal auch zu viel) Aggressivität ausgestattet. Hat in der SEC 2020 ganz wenig zugelassen. Dennoch ist diese konsequente Vernachlässigung der Receiver-Position mittlerweile kaum noch zu erklären.

Vorschau Tag 2

Erfahrungsgemäß werden wir gerade zu Beginn der zweiten Runde einige Trades sehen, da der eine oder andere Spieler auch für die NFL-Teams überraschend gefallen ist. Die Draftdynamik ist selbst für die Verantwortlichen kaum vorherzusehen.

Ich hatte gestern bei Twitter mein – wohlgemerkt sehr provisorisches – Big Board erstellt. Wer mal schauen will:

Hiernach sind sogar noch vier meiner Top 20 zu haben. Die Top 15 der verbliebenen Prospects laut meinem Board:

10 LB Jeremiah Owusu-Koramoah, Notre Dame

16 S Trevon Moehrig, TCU

18 EDGE Azeez Ojulari, Georgia

19 WR Elijah Moore, Ole Miss

26 C Landon Dickerson, Alabama

27 DT Christian Barmore, Alabama

29 OT Teven Jenkins, Oklahoma State

31 C Creed Humphrey, Oklahoma

33 WR Terrace Marshall, LSU

35 OT Dillon Radunz, NDSU

36 TE Pat Freiermuth, Penn State

38 CB Aaron Robinson, UCF

39 WR D’Wayne Eskridge, Western Michigan

40 DT Levi Onwuzurike, Washington

41 OT Sam Cosmi, Texas

Bis nachher dann hoffentlich!

2 Gedanken zu „NFL Draft 2021, Tag 1: Gedanken & Einschätzungen

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