NFL Draft 2021, Tag 2: Gedanken & Einschätzungen

Die Zeit zwischen zweitem und drittem Tag ist immer recht kurz, daher ein schneller Rückblick auf Tag 2.

Auch hier wieder: Entschuldigt etwaige kleinere Fehler bitte mit meiner Müdigkeit.

Draft-Trends

  • Trade-Alarm: Wie ich es gestern prognostiziert hatte, nahm die Menge der Trades Anfang der zweiten Runde schlagartig zu. Teams mit frühen und mittleren 2nd round picks identifizieren oftmals über Nacht ihre präferierten Targets, die aus Tag 1 gefallen sind und versuchen diese proaktiv zu sichern. Wir sahen Uptrades auf die Slots #35, #38, #39, #42 und #43. Danach beruhigte sich das Szenario wieder und es fand nur noch ein einziger weiterer Uptrade in Runde 2 statt (auf #52).
    Weiterhin auffällig die beträchtliche Range im Trade-Wert: Während die Broncos für einen Uptrade von #40 auf #35 mit den Falcons nur den 4th und 6th rounder tauschen, investieren die Patriots für einen Sprung von #46 auf #38 gleich zwei 4th rounder. Zudem gab es gleich drei 2-for-2-Trades, die ich als downtradendes Team nur in sehr günstigen Fällen annehmen würde. Wenn dann will ich einen zusätzlichen Pick.
  • Consensus Board Picks: Natürlich hat man den einen oder anderen Spieler höher oder niedriger auf dem Board, als sie tatsächlich gepickt werden. Doch wenn man sich die Draft-Liste einmal näher betrachtet, finden sich über weite Strecken des zweiten Tages doch relativ wenige echte WTF-Picks, was das zugesprochene Value betrifft. Gefühlt sind die Medien in den letzten beiden Jahren näher an den Teamboards dran – oder die Teams agieren aufgrudn der eingeschränkten Möglichkeiten der Kontaktaufnahmen und Workouts insgesamt etwas konservativer. Der erste etwas größere Überraschungspick dürfte Buffalos EDGE Malcolm Koonce sein, und selbst der wurde von einigen JournalistInnen wie Mel Kiper in den letzten zwei Wochen in diese Region geschrieben. Diese Tendenz änderte sich erst – aber dann schlagartig – in den Compensatory Picks: TE Tre‘ McKitty, CB Nahshon Wright, LB Ernst Jones und CB Brandon Stephens. Insgesamt bleib dies dennoch ein ziemlich disziplinierter Tag.
  • O-Line >>> (interior) D-Line: Nachdem am ersten Tag weniger O-Liner gingen (und die größtenteils später als erwartet), sah das am zweiten Tag ganz anders aus: zehn in Runde 2, acht in Runde drei. Ich hatte drüben bei Lead Blogger vermutet, dass mindestens 20 O-Liner in den ersten drei Runden gehen werden und wir sogar an der 25 kratzen könnten. Am Ende wurden es 23. Hier wird nach wie vor viel investiert (und das Board mit potenziellen Starter-Optionen war auch relativ tief).
    Gähnende Leere dagegen bei der interior D-Line: In einer der schlechtesten Klassen der letzten Jahre gingen die beiden besten Prospects Christian Barmore und Levi Onwuzurike, die einige in der 1st round vermutet hatten, Anfang der zweiten Runde. Danach gab es eine veritable Pause von über 30 Picks (!), bis die nächsten DTs gingen. Insgesamt waren es genau fünf.
  • Skillplayer: Hier zeigte sich im Prinzip das erwartete Bild. Die Receiver gingen insgesamt recht gut weg mit insgesamt 15 Picks (in jeder Runde 5), wobei ich noch ein paar mehr erwartete und es etwas dauerte, bis der Run auf diese Position in Gang kam. Hier setzte sich übrigens auch der Trend fort, den wir die letzten Jahre beobachten konnten: Notfalls wird mehr auf Geschwindigkeit als auf Größe oder besondere contested Catch-Skills geschaut. Die ersten vier waren mit Elijah und Rondale Moore sowie D’Wayne Eskridge und Tutu Atwell allesamt (teils deutlich) undersized Speedster. Später gingen mit Josh Palmer und Dyami Brown zwei weitere deep Threats (die allerdings nicht unbedingt mit Speed gewinnen) sowie mit Anthony Schwartz der schnellste Spieler der Klasse. Dagegen gabs nur zwei echte Big Guys mit Terrace Marshall und Nico Collins.
    Auf der anderen Seite bestätigte sich meine niedrige Einschätzung der TE- und RB-Klasse: Nur vier Runner und fünf TEs (von denen allerdings nur einer in Runde 2) fanden bereits ihr NFL-Team.
  •  Safeties-Dürre: Offensichtlich habe ich die Klasse überschätzt, denn es gingen wirklich nur fünf Safeties in den ersten drei Runden, keiner davon in Runde 1. Ich hatte acht Safeties in den ersten drei Runden, teils mit höheren Grades. Aber das ist ein alter Hut. Oft wird diese Positionsgruppe von den NFL-Teams mit niedrigerem Wert bedacht.

Anmerkungen und Notizen zu einigen Draftklassen

Bitte bedenken, dass die Draft noch nicht vorbei ist. Ihr werdet von mir eh keine Grades bekommen, und natürlich erst recht nicht nach Tag 2. Alles daher unter deutlichem Vorbehalt. Die Auswahl ist rein zufällig und hat nichts mit Bewertungen oder Rankings zu tun. Einfach ein paar lose Gedanken.

New York Giants: Zum zweiten Jahr in Folge überrascht mich GM Dave Gettleman mit einer Draft, die ich sowohl von Value als auch von Strategie richtig, richtig gut finde. Letztes Jahr waren die ersten beiden Picks (OT Thomas, S McKinney) stark, wenngleich Thomas sich bisher noch nicht ausgezahlt hat. Würde ich aber noch lange nicht abschreiben. Nun scheint er ja sogar das Prinzip des Downtrades verstanden zu haben – und schaut dabei zudem noch in die Zukunft! Erst der Trade mit den Bears für unter anderem einen 2022er 1st rounder, nun der Trade mit den Raiders für einen 2022er 3rd round Pick – und dann fällt ihnen nach dem Downtrade auch noch EDGE Azeez Ojulari in den Schoß, der wegen medizinischer Fragezeichen droppte. Ich halte riesengroße Stücke auf Ojulari, für mich ein Top 20-Talent. In der dritten Runde sammelt Gettleman mit CB Aaron Robinson einen Spieler ein, den ich sehr schätze (early 2nd). Einziger Wermutstropfen: Die Schwachstelle O-Line wurde bislang nicht adressiert. Drei Picks meiner Top 40, dazu dickes Draftkapital für die tiefere Klasse 2022 akquiriert, mit dem man unter Umständen aggressiv einen Quarterback angehen kann, sollte sich Jones nicht weiterentwickeln. Stark. Nun sollte aber unbedingt noch etwas Beef up-front folgen.

Cleveland Browns: Müssen wir nicht drüber reden, oder? In der ersten Runde lässt man den fallenden LB Jewemiah Owusu-Koramoah liegen und pickt mit Greg Newsome einen der Top-Corners. Doch wer hätte damit gerechnet, dass JOK auch die halbe zweite Runde durchrutscht? Ich weiß, dass viele kritisch gegenüber Uptrades eingestellt sind, aber ich mag, dass die Browns hier proaktiv die Entscheidung gesucht haben: Kleiner Sprung von #59 auf #52 für lediglich einen Tausch 4th round zu 6th round (also nicht mal einen Pick verloren), und Owusu-Koramoah wird ein Brownie. Monster-Value, Monster-Spieler. Die Frage bleibt, warum er so tief gefallen ist. Gestern wurde kolportiert, dass einige Teams ihn neben fehlendem Positions-Fit auch als zu wenig spielintelligent bewertet haben. Sorry, das ist riesengroßer Bullshit! Man kann sich über vieles unterhalten: Das Overpursuing von Plays, das manchmal inkonstante Tackling, die fehlende Size, doch JOKs ultraquick Processing sollte wirklich nicht zur Debatte stehen. Das ist lazy. Vielmehr bestätigt die NFL bitterlich, was ich vorher vermutete und schon im gestrigen Recap ausführte: Fehlende schematische Flexibilität, um so einen einzigartigen Spieler in die eigene Philosophie zu integrieren. Wäre er ein Offense-Spieler mit einem vergleichbar einzigartigen und variablen Skillset, wäre er längst von Board gewesen. Schade, dass er so lange warten musste, umso besser für die Browns. Da mag ich ihnen den Drittrundenpick WR Anthony Schwartz ein wenig nachsehen: Ultra-Speedster, dem es meiner Meinung noch an so vielen Nuancen des WR-Spiels fehlt. Als Field Stretcher eröffnet er allerdings Möglichkeiten, keine Frage.

Las Vegas Raiders: Manchmal lohnt es sich, kurz innezuhalten. Ja, der Pick von Alex Leatherwood in der ersten Runde war für mich der vielleicht größte Schocker (obwohl ich den mehr mag als andere). In der zweiten Runde organisierten Gruden & Mayock einen kleinen Uptrade von #48 auf #43, bei dem sie einen 4th und 7th rounder mit den 49rs tauschten, und sicherten sich den fallenden Top-S Trevon Moehrig. Für mich auf Tape ein Top 20-Pick, viele hatten ihn zumindest gleich zu Beginn der 2nd round erwartet. Grund für seinen Drop wohl eine Rückenverletzung, die er sich bei der Vorbereitung auf den Pro Day zugezogen hatte (was sich übrigens nicht zu krass in seinen testwerten niederschlug). Gewisses Risiko, klar, aber tauschen wir Moehrig und Leatherwood, würden viele von einer deutlich besseren Draft reden als noch gestern. Natürlich ließen es sich Gruden & Mayock nicht nehmen, später an Tag 2 mit Buffalos EDGE Malcolm Koonce noch einmal einen Spieler zu nehmen, der auf den allerallermeisten Boards deutlich niedriger gerankt war. Aus ganz persönlichen Gründen finde ich das natürlich geil – und die Raiders haben immerhin schon mehrfach mit Bulls-Edgerushern nicht die schlechtesten Erfahrungen gemacht (nicht nur der offensichtliche Khalil Mack, sondern zuvor auch Trevor Scott) – und ihr aktueller Top-EDGE Maxx Crosby war ja ebenfalls ein wenig beachteter Geheimtipp aus der MAC. Ich mag das Potenzial von Koonce im outside Passrush, ist in diesem Bereich eine schlechtere Version von Ojulari (mit vielleicht sogar besserem Bend), wenngleich er in Sachen Power deutliche Nachteile haben wird. Mal abwarten. S Divine Deablo mag ich an dieser Stelle eigentlich sehr, wundere mich nur, dass die Raiders ihn gleich als neuen WILL LB bezeichneten. Damit dürfte er sich in Konkurrenz zum letztjährigen 3rd rounder Tanner Muse befinden, der ebenfalls von S auf LB ungeschult werden sollte.

Tennessee Titans: GM Jon Robinson und ich haben in den letzten Jahren schon öfter sehr ähnliche Boards gehabt. 2021 ist da keine Ausnahme. Über die Needs der Titans (Bspw. auf EDGE) können andere mehr sagen als ich, aber ich mag deren Prospects allesamt. CB Caleb Farley natürlich ein Titans-üblicher Risikopick in Runde 1. OT Dillon Radunz Mitte Runde zwei ist aus meiner Sicht nicht nur richtig gutes Value, sondern passt schematisch auch richtig gut. Er sollte auf jeden Fall an Beef und Power zulegen, ist für die offensive Ausrichtung mit einigem Zone Running aus einer beefy Line eine exzellente Wahl. Kann sich herausragend lateral bewegen (gerade outside Zone ist ein Genuss!) und bringt trotz seiner schmalen Statur einige Nastiness mit. LB Monty Rice war für viele hier ein Überraschungspick und wird sicherlich als Reach betrachtet, ich hatte den viel höher als der Consensus (nämlich ziemlich genau in dieser Range). Speedy LB mit starkem Speed, etwas straight-linish, ist sehr oft an der richtigen Stelle und tacklet durchaus hart. Muss aufpassen Plays nicht zu überlaufen. Wenig in Coverage eingesetzt, aber einige Reps (u.a. einer gegen Jaylen Waddle!) sahen zumindest vielversprechend aus. Da ist was zum Entwickeln. Und dann fällt ihnen Ende Runde 3 auch noch der Top Slot-CB Elijah Molden in den Schoß, der viel früher hätte gehen müssen. Eines der größten Fun Tapes dieser Draftklasse aufgrund seiner unglaublichen Antizipation und Spielintelligenz.

Dallas Cowboys: Eine doch eher unrunde Draftklasse. Die ersten beiden Picks mit krassen Character Concerns, auf dem Feld aber jeder Menge Talent. Über LB Micah Parsons haben wir bereits gesprochen. CB Kelvin Joseph bringt alles Talent der Welt mit (wer das anzweifelt, schaue sich sein Tape gegen Alabama an), startete wegen verschiedenster Off-Field-Probleme allerdings nur insgesamt 9 Spiele in seiner College-Karriere. Sehr raw, was den Football-IQ betrifft. Spielte bei den Wildcats fast ausschließlich Cover3, insofern ganz sicher ein schematischer Fit für Dan Quinn. Doch bekommt man ihm den Kopf gerade gerückt? Danach sicherte man sich mit DT Osa Odighizuwa und DE/DT Chauncey Golston gleich doppelt Beef für die Line. Odighizuwa als kleiner undersized 3-tech, der gegen den Lauf besser hält als viele andere seiner Statur, Golston als der SDE, der auch mal nach innen rücken kann. Ich mag Golston deutlich mehr als viele andere, aber das ist doch ein wenig fragwürdig gewesen. Die Krönung folgte dann zum Schluss: CB Nahshon Wright war der größte WTF-Pick des zweiten Tages, insbesondere, wenn man bedenkt, dass mit Ifeatu Melifonwu noch ein weiterer klassischer Seahawks-Corner auf dem Board war, wenn man denn unbedingt auf dieser Position nochmal legen wollte. Wright ist ein interessanter developmental CB, der es in meinen Sleeper-Beitrag geschafft hat. Aber in Runde 3? Sorry, nein.

Detroit Lions: Wenn es irgendwo eine echte Klischee-Draft gab, dann sicherlich bei den Lions. Da passte einfach alles zusammen: die markigen Worte von HC Dan Campbell seit seiner Inthronisierung, die „Kneecap-Culture“, das machohafte Abgekumpel im Draft Room und eben die bisherigen Picks. Das heißt nicht, dass ich die Prospects nicht mag, es ist mir nur einen Ticken zu einseitig. Nach OT Penei Sewell holte man sich am zweiten Tag gleich zwei interior Defensive Linemen mit 3-tech Levi Onwuzurike und 1-tech Alim McNeill. Ich mag beide Spieler (und sehe bei McNeill durchaus mehr Variabilität als einige andere), aber dass 40% der gepickten DTs in den ersten beiden Tagen auf die Lions gehen, ist halt schon ne Aussage. CB Ifeatu Melifonwu Ende Runde 3 ist ein Value-Pick, und auch er erfüllt zumindest von Statur und Potenzial die offensichtlich so dringend gewünschte Physis.

Pittsburgh Steelers: Ich begebe mich hier mal in die Paria-Rolle und sage, dass ich bis dato echt einige schlechtere Drafts als die der Steelers gesehen habe. Natürlich hätte ich mir einen OT-Pick spätestens in der zweiten Runde gewünscht. Wenn ich von den Positionsn abstrahiere und nur die Prospects bewerte, sieht das finde ich ganz gut aus: Mit Najee Harris den für mich klar besten Back der Klasse. Mit TE Pat Freiermuth den klar zweitbesten TE der Klasse, der mir – genau wie Harris – ein wenig Oldschool Steelers-Vibes gibt (think: Eric Green, Heath Miller). In der dritten Runde dann mit iOL Kendrick Green einen der unterschätzesten Liner dieser Klasse. Extrem mobiler Typ für Zone Blocking Scheme mit aktiven und effizienten Händen, der innen alle drei Positionen spielen kann. Kommt nun noch ein Tackle zum Entwickeln, ist das alles gar nicht so unrund, wie es auf den ersten Blick wirkte.

Denver Broncos: Ein Fall von „Ich mag die Spieler, aber nicht die Picks“. CB Patrick Surtain, RB Javonte Williams und dann in den Compensatory Picks iOL Quinn Meinerz und Baron Browning. Nicht alles jeweils meine erste Wahl, jedoch überaus solides Talent. Doch wenn man QB Justin Fields – obwohl man ihn angeblich sehr hoch hatte – zu Gunsten von Surtain liegen lässt – so fantastisch der auch ist – dann ist das gerade in Anbetracht des Broncos-Rosters schon sehr fragwürdig. Gefühlt ist das Team einen Quarterback entfernt. Ebenso beim zweiten Pick: Ich mag Javonte Williams, hätte mir aber den Uptrade geklemmt, gerade weil man damit den oft so wertvollen Pick zu Beginn der 4th round geopfert hat. Hier gibts erfahrungsgemäß (wie Anfang Runde 2) immer ein wenig Value abzugrasen, zudem ergeben sich deswegen gerne mal spannende Trade-Angebote.

New Orleans Saints: Die Pickallergie von GM Mickey Loomis setzt sich fort. Die Saints opfern zwei 3rd rounder, um früher in der 3rd zu picken – oder um nicht zu häufig picken zu müssen? Immerhin ist der Trend klar: Die Defense wird verjüngt und neu bestückt, und zwar auf allen Ebenen. Erst DE Payton Turner, dann LB Pete Werner, dann CB Paulson Adebo (für den man eben den Uptrade anstrengte). Ich hatte Turner und Werner höher auf dem Board als viele und kann an dieser Stelle mit Adebo ebenfalls was anfangen. Kleine, unterschätzte Draft von Spielern, die schneller das Feld sehen könnten, als aktuell noch angenommen wird. Gerade Werner traue ich da eine Überraschung zu.

New England Patriots: Wann bitte hat man schon einmal eine solche Value-Draft von Bill Belichick erlebt? Was ist denn da plötzlich los? QB Mac Jones an #15 ist – egal wo man den persönlich hatte – nach allen medialen Berichten durchaus ein starker Pick, da man für einen der potenziellen Top-Quarterbacks (wenngleich er gerade in punkto Upside hinter den Top 4 eingeordnet werden muss) nicht hochgehen musste. Hochgegangen sind die Patriots dann für den etwas überraschend in die zweite Runde gefallenen Top-DT Christian Barmore, der zwar noch jung, unerfahren und in einigen technischen Bereichen etwas raw ist, aber unglaubliches Potenzial als Runstopper und Passrusher mitbringt. Der Uptrade war mir persönlich nur etwas zu teuer (zwei 4th rounder für 8 Spots nach oben Anfang der zweiten Runde). Dafür gabs Ende der dritten Runde mit DE Ronnie Perkins einen Spieler, der auf Tape sicherlich in die 2nd round gehört hätte, allerdings aufgrund gewisser athletischer Limitationen gefallen ist. Patriots mit Picks, die den Consensus Boards gefallen – da muss man sich erst einmal dran gewöhnen.

Indianapolis Colts: Eine der Drafts, die ich persönlich etwas unverständlich finde. Nicht unbedingt wegen der Spieler, sondern hier in der Tat wegen der Positionen. Die Colts haben nach dem Retirement von Castonzo ein riesengroßes Need auf Tackle. Sam Tevi ist da ganz sicher nicht die Lösung. In der ersten Runde wählte man DE Kwity Paye über OT Christian Darrisaw, was einen gewissen Zugzwang mit sich brachte, da der 3rd rounder wegen dem Wentz-Trade fehlt. Runde 2 also auf jeden Fall einen Tackle? Nope. GM Chris Ballard wählte einen zweiten DE mit Dayo Odeyingo. Beide erfüllen das Anforderungsprofil der Colts sehr gut im Sinne von schweren Linern, die auch mal nach innen rücken können. Obwohl Paye und Odeyingo keine gleichen Prospect-Typen sind: Brauchte man auf dieser Position gleich zwei?  Angesichts der Probleme in der letzten Saison von Wentz eher fraglich. Mag durchaus sein, dass die Colts OT Radunz ins Auge gefasst haben, der einen Pick zuvor an den Divisionsrivalen Titans ging.

Buffalo Bills: Wo wir gerade bei zwei schweren EDGEs in den ersten zwei Runden sind: Die Bills machten es den Colts nach mit DE Gregory Rousseau und DE Boogie Basham. Diese beiden sind trotz körperlicher Ähnlichkeiten ebenfalls sehr unterschiedlich (Rousseau ist das ultralange rohe Projekt, Basham eher ein Finesse-Rusher mit guter Technik im Körper eines SDE), dennoch wäre hier ein wenig positionsbezogene Abwechslung womöglich sinnvoller gewesen. Immerhin sicherte man sich Ende Runde 3 mit Small School OT Spencer Brown einen der spannendsten Developmental-Tackle dieser Klasse. In den kommenden Runden sollte Cornerback recht weit oben stehen, und auch ein passcatching RB wäre nett (bittebitte Kenny Gainwell!).

Die Neueinsteiger: Drei Teams stiegen erst in Runde 2 ins Geschehen ein, eines sogar erst in Runde 3. Die Seahawks wollten ob ihrer nur drei Picks sicherlich primär downtraden, fanden aber kein geeignetes Angebot und wählten meinen Crush WR D’Wayne Eskridge. Die Rams gingen eine ähnliche Route und nahmen einen Tag später Mini-Speedster Tutu Atwell (und spät in der 3rd Ernest Jones, den ich etwas tiefer hatte). Die Chiefs wählten noch einen Pick später den physischen Thumper LB Nick Bolton und legten wenige Picks später mit einem der vielleicht besten Value-Picks der gesamten Draft C Creed Humphrey nach. Projekt O-Line-Umbau abgeschlossen? Die Texans gingen ihre unsichere Quarterback-Situation mit dem talentierten Projekt Davis Mills an. Headscratcher dann vor allem der zweite Pick: Ich mag WR Nico Collins sehr, der stellte hier für mich sogar schon Value dar. Aber: Ein 4th rounder, ein 5th rounder sowie ein 4th rounder 2022 sind schon ein heftiger Preis – gerade in Anbetracht der vielen Lücken im Kader.

Tag 3

Nun also auf in Tag 3. Hier meine letzten verfügbaren Prospects, die ein 2nd oder late 2nd/early 3rd Grade haben:

S Jamar Johnson, Indiana

RB Kenny Gainwell, Memphis

DT Daviyon Nixon, Iowa

S Ar’Darius Washington, TCU

WR Tylan Wallace, OK State

TE Brevin Jordan, Miami

Weitere spannende Prospects nach Positionen sortiert:

RB Michael Carter, UNC

RB Demetric Felton, UCLA

WR Amon-Ra St. Brown, USC

WR Cornell Powell, Clemson

WR Shi Smith, South Carolina

WR Seth Wiliams, Auburn

OT D’Ante Smith, ECU

OT Stone Forsythe, Florida

OG Trey Smith, Tennessee

DE Cameron Sample, Tulane

DE Chris Rumph, Duke

DT Jay Tufele, USC

LB Cameron McGrone, Michigan

LB Jabril Cox, LSU

CB Zech McPhearson, Texas Tech

CB Robert Rochell, Central Arkansas

S James Wiggins, Cincinnati

S Hamsah Nasirildeen, FSU

Die wichtigste Frage ist aber: Wohin geht RB Jaret Patterson?

Soweit erstmal. Bis später!

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